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Netlist Aktie: 15-Dollar-Kursziel nach Samsung-Vorbild

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 06:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Netlist meldet kräftiges Umsatz- und Gewinnwachstum, während Roth Capital auf weitere Lizenzdeals im Patentstreit mit Micron setzt.

Netlist: Patentoffensive und starke Zahlen beflügeln die Aktie
Abstrakte Darstellung einer modernen Halbleiterfertigung mit Fokus auf Mikrochip-Strukturen und technologischem Wachstum. Illustration mit AI erstellt.

Netlist treibt seinen juristischen Feldzug gegen mutmaßliche Patentverletzer weiter voran. Vor rund drei Wochen reichte das Unternehmen bei der US-Handelsbehörde ITC eine Beschwerde gegen Micron, Supermicro, HPE und Lenovo ein. Der Vorwurf: Die vier Konzerne sollen vier Netlist-Patente verletzt haben, die sich auf DDR5-RDIMMs und MRDIMMs beziehen.

Netlist fordert Ausschluss- und Unterlassungsverfügungen, die den Import der betroffenen Speicherprodukte in die USA blockieren würden. Parallel dazu reichte das Unternehmen eine gesonderte Patentklage gegen Micron vor einem Bundesgericht in Kalifornien ein.

Roth Capital sieht Potenzial für Lizenzdeals

Die Kanzlei Roth Capital reagierte am 12. August mit einer Anhebung des Kursziels auf 15 US-Dollar von zuvor 10 US-Dollar bei bestätigter Kaufempfehlung. Als Begründung nannten die Analysten die Möglichkeit weiterer Lizenz- oder Vergleichsvereinbarungen, wie sie Netlist bereits mit Samsung geschlossen hatte.

Die Parallele liegt nahe: Der Fünf-Jahres-Deal mit Samsung, der vor rund einem Monat verkündet wurde, brachte Netlist ein Upfront-Zahlung von 239 Millionen US-Dollar sowie potenziell bis zu 897 Millionen US-Dollar an Lizenzgebühren über die Laufzeit. Seither hat sich der Aktienkurs um 192 Prozent nach oben bewegt – ein Beleg dafür, wie stark der Markt derartige Einigungen honoriert.

Genau diese Blaupause dürfte die Investoren nun bei der ITC-Klage gegen Micron und die anderen Hardwarehersteller antreiben. Sollte es Netlist gelingen, ähnliche Lizenzvereinbarungen wie mit Samsung zu erzielen, wären signifikante zusätzliche Einnahmequellen denkbar.

Die ITC hatte bereits im Juli eine separate Untersuchung gegen Samsung und dessen Kunden Broadcom, Google, Nvidia und Super Micro eingeleitet, die sich auf andere Netlist-Patente rund um DDR5-DIMM- und HBM-Produkte bezieht.

Solide operative Basis untermauert die Strategie

Die juristische Offensive fällt in eine Phase, in der Netlist auch operativ deutlich zulegt. Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Nettoumsätze auf 109,8 Millionen US-Dollar, ein Plus von 163 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Der Bruttogewinn kletterte um 1.544 Prozent auf 22,9 Millionen US-Dollar, unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 1,4 Millionen US-Dollar nach einem Verlust im Vorjahresquartal. Für die ersten sechs Monate 2026 summierten sich die Nettoumsätze auf 214,7 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von 204 Prozent, bei einem Nettogewinn von 10,0 Millionen US-Dollar.

Der Aktienkurs schloss am Montag bei 6,88 US-Dollar, nach einem Plus von 3,9 Prozent auf Tagesbasis. Damit notiert das Papier nur noch 1,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 7,00 US-Dollar, das am 17. August markiert wurde – just in der Woche der ITC-Klage.

Wichtige Termine im Blick

Anleger richten den Blick nun auf mehrere anstehende Ereignisse: Micron muss laut Verfahrensfristen bis zum 10. September auf die Klage reagieren. Am 18. September findet zudem die Hauptversammlung von Netlist im UCI Research Park in Irvine, Kalifornien statt.

Die ITC-Anhörung im Samsung-Verfahren ist für November 2026 terminiert, während die nächsten Quartalszahlen für den 3. November angesetzt sind. Bis dahin dürfte der Ausgang der laufenden Patentstreitigkeiten der entscheidende Kurstreiber für die Aktie bleiben.

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