Netlist: CFO Sasaki verkauft dritte Tranche Ă 100.000 Aktien
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 01:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Finanzchefin von Netlist, Gail M. Sasaki, hat am 17. August weitere 100.000 Aktien verkauft. Die Transaktion zu Kursen zwischen 6,90 und 6,93 US-Dollar brachte ihr 690.660 US-Dollar ein und wurde ĂŒber einen im September 2025 aufgesetzten Rule-10b5-1-Handelsplan abgewickelt. Es war bereits der dritte Verkauf der CFO innerhalb weniger Wochen.
Serie von Insider-VerkÀufen fÀllt auf
Bereits am 12. August hatte Sasaki 25.000 Aktien zu 4,49 US-Dollar verĂ€uĂert, am 5. August weitere 25.000 StĂŒck zu 3,99 US-Dollar. Alle drei Transaktionen liefen ĂŒber denselben automatisierten Handelsplan, der VerkĂ€ufe unabhĂ€ngig von aktuellen Unternehmensnachrichten vorsieht.
Solche vorab festgelegten PlĂ€ne gelten rechtlich als unverdĂ€chtig, weil sie Insiderhandel im eigentlichen Sinne ausschlieĂen sollen. AuffĂ€llig ist trotzdem, dass die Verkaufspreise binnen zwei Wochen von 3,99 auf 6,93 US-Dollar gestiegen sind â ein Spiegelbild der rasanten Kursentwicklung der Aktie in diesem Zeitraum.
Aktuell notiert das Papier bei 6,77 US-Dollar und damit nur 3,3 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 7,00 US-Dollar. Der Titel liegt damit weiterhin deutlich ĂŒber seinem 50-Tage-Durchschnitt von 3,75 US-Dollar. Der Wert der verkauften Aktienpakete der CFO hat sich damit binnen weniger Wochen mehr als verdoppelt.
Operatives GeschĂ€ft liefert RĂŒckenwind
Die VerkĂ€ufe fallen in eine Phase auĂergewöhnlicher GeschĂ€ftsentwicklung. Ende Juli hatte Netlist Zahlen fĂŒr das zweite Quartal 2026 vorgelegt: Der Nettoumsatz kletterte auf 109,8 Millionen US-Dollar, ein Plus von 163 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresquartal.
Der Bruttogewinn schoss um 1.544 Prozent auf 22,9 Millionen US-Dollar nach oben, unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 1,4 Millionen US-Dollar nach einem Verlust von 6,1 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
FĂŒr das erste Halbjahr 2026 summierte sich der Umsatz auf 214,7 Millionen US-Dollar, ein Zuwachs von 204 Prozent. Das Unternehmen verdiente in diesem Zeitraum 10,0 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,03 US-Dollar pro Aktie, nach einem Verlust von 15,6 Millionen US-Dollar im Vorjahr.
Netlist fĂŒhrt das Wachstum unter anderem auf die Produktlinie Lightning DDR5 zurĂŒck, die bereits zweistellige MillionenbetrĂ€ge zum Umsatz beitrĂ€gt. FĂŒr das dritte Quartal erwartet das Unternehmen auf Basis der Auftragslage ein Ă€hnliches Umsatzniveau wie im zweiten Quartal.
Patentstreit lÀuft parallel weiter
Neben dem operativen GeschĂ€ft beschĂ€ftigt der Rechtsstreit mit Micron die Anleger. Netlist hatte am 12. August eine Klage bei der US-Handelsbehörde ITC gegen Micron, Supermicro, HPE und Lenovo eingereicht. Das Unternehmen wirft den vier Konzernen die Verletzung von vier Patenten im Zusammenhang mit DDR5-RDIMMs und MRDIMMs vor und fordert Einfuhrverbote sowie UnterlassungsverfĂŒgungen.
Parallel lÀuft eine separate Klage vor einem Bundesgericht in Kalifornien gegen Micron. Ein historischer Hintergrund verleiht dem Verfahren Gewicht: Eine Bundesgeschworenenjury hatte Netlist bereits im Mai 2024 Schadenersatz von 425 Millionen US-Dollar wegen Patentverletzung durch Micron zugesprochen, gegen den Micron im Juli 2025 Berufung einlegte.
Die Kombination aus starkem operativem Wachstum, laufenden Patentverfahren und wiederholten InsiderverkÀufen der Finanzchefin zeichnet ein zweigeteiltes Bild: WÀhrend das GeschÀft mit Speichermodulen brummt, nutzt das Management offenbar auch die Gelegenheit, bei hohen Kursen Kasse zu machen.
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