NiSource Aktie: Microsoft finanziert Campus-Infrastruktur
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 16:59 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin langfristiger Vertrag mit Microsoft gibt NiSource heute Rückenwind: Die Aktie gewinnt 2,3%. Microsoft soll die für seinen geplanten Campus im Nordwesten Indianas benötigte Erzeugungs- und Übertragungsinfrastruktur vollständig finanzieren. NiSource verbindet die Vereinbarung zugleich mit höheren erwarteten Einsparungen für die Stromkunden von NIPSCO.
Microsoft finanziert die Infrastruktur
Der heute angekündigte Vertrag läuft über 20 Jahre. Die Versorgung soll voraussichtlich 2028 beginnen. Dafür sollen Erzeugungskapazitäten von rund 1.100 MW hinzukommen.
Für Anleger ist vor allem die Finanzierungsaufteilung relevant: Microsoft übernimmt nach Unternehmensangaben die vollständigen Kosten der betreffenden Erzeugungs- und Übertragungsinfrastruktur. Der Ausbau für den geplanten Campus wird damit ausdrücklich an die Finanzierung durch den Kunden gekoppelt.
NiSource beziffert die erwarteten Einsparungen für NIPSCO-Stromkunden über die Laufzeit der Rechenzentrumskundenverträge nun auf rund 1,75 Milliarden $. Zuvor waren es 1,4 Milliarden $. Je Kunde könnten die Einsparungen jährlich bis zu 140 $ erreichen.
Die Entlastung der Stromkunden gehört damit ausdrücklich zur wirtschaftlichen Begründung der Vereinbarung. Es handelt sich allerdings um erwartete Einsparungen über die Vertragslaufzeiten und nicht um bereits realisierte Entlastungen.
Speichervereinbarung ergänzt die Ausbaupläne
Parallel dazu hat NiSource Generation Company LLC gestern eine Vereinbarung über die Nutzung eines Batteriespeichers mit Atlas Storage 1 LLC geschlossen. Der Vertragspartner ist eine indirekte Tochtergesellschaft der AGP Group.
Laut Pflichtmitteilung betrifft die Vereinbarung ein Projekt mit 600 MWAC Leistung und 2.400 MWh Speicherkapazität. Die erwartete Lieferdauer beträgt rund 20,5 Jahre.
Die Vereinbarung steht jedoch unter Bedingungen. Für die Einordnung ist deshalb wichtig, zwischen dem Vertragsabschluss und dem erwarteten Betriebsbeginn zu unterscheiden.
Die erste Phase soll voraussichtlich bis zum 1. Dezember 2027 den kommerziellen Betrieb aufnehmen. Das Wirksamwerden hängt davon ab, dass bestimmte Bau- und Netzanschlussvereinbarungen bis zum 31. Januar 2027 vorliegen.
Analysten verweisen auf Finanzierungskosten
Während der Microsoft-Vertrag heute den Kurs stützt, hatte Jefferies gestern seine Erwartungen zurückgenommen. Das Analysehaus verwies auf höhere Refinanzierungskosten der Muttergesellschaft.
Jefferies senkte das Kursziel auf 49 $ und hielt an der Kaufempfehlung fest. Zugleich reduzierte das Haus die Gewinnschätzungen je Aktie für 2028 und die Folgejahre um rund 2%–3%.
Damit stehen den Ausbauplänen weiterhin Belastungen auf der Finanzierungsseite gegenüber. Die positive Kursreaktion auf Microsoft bedeutet nicht, dass diese Kostenfrage erledigt ist.
Auch Citigroup wurde vorsichtiger: Analyst Ryan Levine senkte das Kursziel am Mittwoch von 49 $ auf 45 $. Die Einstufung blieb bei „Neutral“.
Der nächste angekündigte Termin für neue Geschäftszahlen ist der 28. Oktober. NiSource will dann vor Öffnung der US-Börsen die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 veröffentlichen und am selben Tag eine Telefonkonferenz abhalten.
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