Nokia Aktie: 2,8 Milliarden KI-AuftrÀge im Quartal
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 23:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nokia bekommt RĂŒckenwind aus unerwarteter Richtung. S&P Global hat den Ausblick fĂŒr die KreditwĂŒrdigkeit des finnischen Konzerns von âstabil" auf âpositiv" angehoben. Die Ratingagentur belieĂ die langfristige BonitĂ€tsnote bei BBB-, verwies aber auf die verbesserte operative Umsetzung und das wachsende GeschĂ€ft mit KĂŒnstlicher Intelligenz und Cloud-Infrastruktur.
Das ist mehr als eine Randnotiz fĂŒr Anleiheninvestoren. S&P deutet damit eine mögliche Anhebung der BonitĂ€tsnote um eine Stufe innerhalb der nĂ€chsten 24 Monate an. Voraussetzung: Nokia muss seine Kosten im Griff behalten und gleichzeitig von der steigenden Nachfrage groĂer Cloud-Anbieter nach Netzwerk-Infrastruktur profitieren.
KI-AuftrÀge gleichen schwaches KerngeschÀft aus
Die Zahlen stĂŒtzen diese EinschĂ€tzung. Nokia meldete fĂŒr das jĂŒngste Quartal KI- und Cloud-bezogene AuftrĂ€ge von rund 2,8 Milliarden Euro. Diese Nachfrage nach Hochleistungs-Netzwerktechnik fĂ€ngt einen Teil der SchwĂ€che im klassischen TelekommunikationsgeschĂ€ft auf, wo Netzbetreiber ihre 5G-AusbauplĂ€ne verlangsamt haben.
Auch das zweite Quartal selbst lieferte RĂŒckenwind. Nokia erzielte einen vergleichbaren Gewinn je Aktie von 0,07 Euro und ĂŒbertraf damit die KonsensschĂ€tzung von 0,05 Euro deutlich. Der vergleichbare Nettoumsatz stieg um 8 Prozent auf 4,82 Milliarden Euro, wĂ€hrungsbereinigt sogar um 9 Prozent.
Parallel dazu baut Nokia sein Portfolio um. Die Sparten Fixed Wireless Access CPE und Enterprise Campus Edge gelten seit dem zweiten Quartal als nicht fortgefĂŒhrte AktivitĂ€ten. Der Verkauf der FWA-CPE-Einheit ist bereits vereinbart. Nokia setzt die freiwerdenden Mittel stattdessen auf KI-native RAN-Plattformen und optische Netzwerke. FĂŒr das Gesamtjahr 2026 hĂ€lt der Konzern an seiner Prognose eines operativen Gewinns zwischen 2,1 und 2,6 Milliarden Euro fest.
Patentstreit in Deutschland beendet
Am selben Tag wie das S&P-Update, dem 30. Juli, gewann Nokia zudem einen Rechtsstreit vor dem Bundesgerichtshof. Das Gericht wies eine Berufung des Unternehmens Mala ab und bestĂ€tigte den Widerruf eines Netzwerkpatents. Mala hatte Nokia zuvor Patentverletzungen bei LAN-Switches vorgeworfen. Mit dem Urteil sind auch parallele Verletzungsverfahren in DĂŒsseldorf vom Tisch.
Aktie bleibt volatil trotz guter Nachrichten
Die Kursentwicklung zeigt allerdings, wie unruhig das Fahrwasser bleibt. Die Aktie notiert bei 7,96 Euro und damit knapp ĂŒber dem 200-Tage-Durchschnitt von 7,93 Euro â ein Niveau, das Analysten als Signal fĂŒr die langfristige Trendrichtung beobachten. Innerhalb der vergangenen 30 Tage verlor das Papier fast 30 Prozent, wĂ€hrend es seit Jahresbeginn noch immer 42 Prozent im Plus liegt.
Der Relative-StĂ€rke-Index von 33,7 deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck an seine Grenzen stoĂen könnte. Bank of America bestĂ€tigte zuletzt ihre Kaufempfehlung, Deutsche Bank hĂ€lt ebenfalls an âBuy" fest.
Die nĂ€chste BewĂ€hrungsprobe folgt am 22. Oktober. Dann legt Nokia die Zahlen zum dritten Quartal vor â und muss zeigen, dass die KI-Auftragsdynamik trĂ€gt.
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