Nordex, Aktie

Nordex Aktie: Jefferies hebt Kursziel auf 60 Euro

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 03:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nordex übertrifft mit zweistelliger EBITDA-Marge die Erwartungen und erhält positive Analystenreaktionen.

Nordex Aktie: Jefferies hebt Kursziel nach starkem Quartal an
Moderne Windkraftanlagen in einer weitläufigen, sonnendurchfluteten Landschaft bei Sonnenaufgang. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nordex hat im zweiten Quartal 2026 die Wende zur Profitabilität eindrucksvoll untermauert. Das Analysehaus Jefferies reagierte am Donnerstag mit einer Anhebung des Kursziels von 58,00 auf 60,00 Euro und bestätigte die Einstufung "Buy". Begründet wurde der Schritt mit einer operativen Marge, die über den Erwartungen lag, sowie einer starken Projektdurchführung.

Marge knackt erstmals die Zehn-Prozent-Marke

Die Zahlen, die der Windturbinenhersteller am Mittwoch vorlegte, liefern dafür die Grundlage. Der operative Gewinn verdoppelte sich im zweiten Quartal auf 223,8 Millionen Euro, nach 108,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die EBITDA-Marge kletterte auf 10,3 Prozent und übertraf damit erstmals in der Unternehmensgeschichte die zweistellige Schwelle – im Vorjahresquartal lag sie noch bei 5,8 Prozent. Der Umsatz wuchs um 16,3 Prozent auf rund 2,18 Milliarden Euro.

Auch unter dem Strich zeigt sich der Fortschritt deutlich: Der Konzernüberschuss stieg auf 111,5 Millionen Euro, nach 31,0 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung des freien Cashflows, der mit 164,6 Millionen Euro deutlich ins Positive drehte. Für ein Unternehmen, das lange als Sanierungsfall galt, markiert das einen Wendepunkt in der operativen Substanz.

Das Management bestätigte zugleich die Jahresprognose für 2026. Erwartet werden weiterhin ein Umsatz zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro sowie eine EBITDA-Marge in einer Spanne von 8,0 bis 11,0 Prozent. Die im zweiten Quartal erreichte Marge liegt damit bereits am oberen Rand dieser Spanne.

Auftragsbücher füllen sich weiter

Die operative Verbesserung fällt in eine Phase, in der auch die Nachfrageseite kräftig zulegt. Im Projektgeschäft meldete Nordex für das zweite Quartal einen Auftragseingang von 3.054 Megawatt, ein Plus von 32,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der durchschnittliche Verkaufspreis je Megawatt blieb dabei mit 0,97 Millionen Euro stabil – ein Signal dafür, dass das Wachstum nicht über Preiszugeständnisse erkauft wird.

Ergänzt wurde die Auftragslage durch einen konkreten Großauftrag: Der Projektentwickler UKA (Umweltgerechte Kraftanlagen GmbH) bestellte bei Nordex rund 700 Megawatt für den deutschen Markt. Die Order umfasst 100 Windturbinen der Typen N175/6.X und N163/6.X inklusive mehrjähriger Serviceverträge und stützt damit auch das margenstarke Servicegeschäft über Jahre hinweg.

Parallel zur operativen Entwicklung hat Nordex auch die Finanzierungsbasis erneuert. Das Unternehmen schloss eine neue ESG-verknüpfte syndizierte Multiwährungs-Garantiefazilität über 2,475 Milliarden Euro ab, mit einer Laufzeit von fünf Jahren bis 2031. Ein Bankenkonsortium unter Führung der Commerzbank, Intesa Sanpaolo und UniCredit stellt die Mittel bereit. Die Fazilität soll den wachsenden Auftragsbestand zu verbesserten Konditionen absichern – angesichts des kräftigen Auftragswachstums im Projektgeschäft ein naheliegender Schritt.

Kurs bleibt unter jüngstem Hoch

Die Aktie reagierte auf die Nachrichtenlage mit einem Kursplus von 2,17 Prozent und schloss am Donnerstag bei 39,50 Euro. Auf Jahressicht steht damit ein Zuwachs von 35,65 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar von 83,72 Prozent. Diese Größenordnung zeigt, wie stark der Markt die operative Wende bereits honoriert hat, bevor die jüngsten Zahlen veröffentlicht wurden.

Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 51,10 Euro, erreicht Ende April, fehlen dem Papier nach den jüngsten Bewegungen noch 22,70 Prozent. Auf Monatssicht lag die Aktie zuletzt mit 15,20 Prozent im Minus, bevor die Quartalszahlen und die Reaktion von Jefferies für neuen Schwung sorgten. Der Relative-Stärke-Index von 44,1 deutet darauf hin, dass die Aktie nach der vorangegangenen Konsolidierung derzeit weder über- noch unterverkauft ist.

Auch mwb research reagierte am Mittwoch auf die Zahlen und stufte die Aktie von "Hold" auf "Buy" hoch, das Kursziel wurde bei 44,00 Euro belassen. Als Begründung nannte das Analysehaus die beschleunigte Profitabilitätssteigerung des Unternehmens. Zusammen mit der Anhebung durch Jefferies signalisiert das eine breitere Neubewertung der Ertragskraft von Nordex durch die Analystengemeinde – getragen von handfesten operativen Fortschritten statt bloßer Kurshoffnung.

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