Novo Nordisk Aktie: Zwei Studien, ein Rückschlag
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 18:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Novo Nordisk zeigt an diesem Montag zwei völlig unterschiedliche Gesichter. Während der Konzern bei der Adipositas-Behandlung von Kindern einen Fortschritt vermeldet, muss er in der Herz-Kreislauf-Forschung einen Strich unter zwei Studien ziehen. Für Anleger ergibt sich daraus ein gemischtes Bild.
Semaglutid wirkt schon bei Sechsjährigen
Die Phase-3-Studie STEP Young liefert erste Ergebnisse zur Behandlung von Kindern zwischen sechs und unter zwölf Jahren mit Adipositas. Alle Teilnehmer erhielten wöchentlich Semaglutid, kombiniert mit kalorienreduzierter Ernährung und mehr Bewegung. Nach 68 Wochen unterschritten 40,4 Prozent der behandelten Kinder die Adipositas-Schwelle, in der Placebo-Gruppe gelang das niemandem.
Zu Beginn hatten mehr als 85 Prozent der Teilnehmer eine schwere Adipositas der Klasse II oder III. Beim Sicherheitsprofil gab es keine neuen Bedenken, auch Wachstum und Pubertätsentwicklung blieben unauffällig.
Die Zielgruppe ist relevant: Weltweit lebten 2025 schätzungsweise 177 Millionen Kinder und Jugendliche mit Adipositas, bis 2040 könnte die Zahl auf 228 Millionen steigen. Novo Nordisk will die detaillierten Daten im November auf der ObesityWeek in Washington vorstellen.
Ziltivekimab scheitert an Herzinsuffizienz
Parallel dazu beendet Novo Nordisk zwei Studien zur Behandlung von Herzinsuffizienz vorzeitig. Untersucht wurde das experimentelle Herz-Kreislauf-Medikament Ziltivekimab bei Patienten mit Herzinsuffizienz und Entzündungen. Ein Datenüberwachungsausschuss kam zu dem Schluss, dass das erwartete Ergebnis unwahrscheinlich sei.
Die Entscheidung reiht sich in eine bereits Ende Juli bekannt gewordene Enttäuschung ein: Damals konnte das Mittel in einer anderen Studie das Risiko von Herzinfarkten oder Schlaganfällen nicht senken. Eine vierte Studie zu Ziltivekimab in der akuten Phase nach einem Herzinfarkt läuft dennoch weiter, Daten dazu werden für die erste Hälfte 2027 erwartet.
Kein Wunder, dass sich die Nachrichtenlage für Anleger widersprüchlich liest — das margenstarke Adipositas-Geschäft läuft weiter rund, während sich ein neues Wachstumsfeld jenseits der Abnehmspritzen als schwieriger erweist als gehofft.
Im Hintergrund läuft zudem das laufende Aktienrückkaufprogramm weiter. Im Rahmen des im Mai gestarteten Teilprogramms, eingebettet in ein Gesamtvolumen von bis zu 15 Milliarden dänischen Kronen über zwölf Monate, kaufte Novo Nordisk zwischen dem 31. August und dem 4. September gut eine Million weitere B-Aktien zurück. Der durchschnittliche Kaufpreis lag dabei zuletzt bei rund 300 dänischen Kronen je Aktie.
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