NTPC Aktie: Gespräche über private Kohlezukäufe
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 05:07 Uhr | Redaktion boerse-global.deIndiens größter Stromerzeuger NTPC steuert gegen eine drohende Brennstoffknappheit an. Wie Medienberichten zufolge bekannt wurde, führt das Unternehmen Gespräche über den Ankauf von bis zu 15 Millionen Tonnen Kohle von privaten Bergbauunternehmen. Der Schritt soll Versorgungsengpässe im laufenden Geschäftsjahr 2026/27 verhindern, nachdem die Lagerbestände an den firmeneigenen Kraftwerken in den vergangenen Monaten drastisch zurückgingen.
Schwindende Lagerbestände erfordern Zukäufe
Die Brennstoffreserven an den Kraftwerksstandorten von NTPC sanken von rund 18 Millionen Tonnen im April auf etwa 5,5 Millionen Tonnen zu Beginn des Oktobers. Ursächlich für diesen Rückgang sind eine anhaltend hohe Stromerzeugung sowie heftige Regenfälle in den Abbaugebieten, die den Transport erschwerten. Laut Branchenschätzungen liegt der gesamte Kohlebedarf des Versorgers für das laufende Geschäftsjahr bei knapp 300 Millionen Tonnen.
Um einen schweren Strommangel Anfang 2027 abzuwenden, plant NTPC neben den privaten Zukäufen rund 50 Millionen Tonnen aus eigenen Förderstätten ein. Indiens Kohleministerium betonte am Freitag, dass Kraftwerken trotz der Einstufung mehrerer Standorte als kritisch keine unmittelbaren Abschaltungen drohten. Die Lieferungen per Bahn und Straße wurden zuletzt spürbar hochgefahren.
Für das Unternehmen steht viel auf dem Spiel, da eine unzureichende Brennstoffversorgung die Auslastung der bestehenden Flotte gefährden würde. Gleichzeitig muss NTPC den laufenden Betrieb finanzieren, während die Zinsen in Indien steigen.
Grüne Projekte und Speichertechnik ausgeschrieben
Trotz der operativen Herausforderungen bei den fossilen Brennstoffen treibt der Konzern den Umbau seiner Erzeugungskapazitäten voran. Die Unternehmenstochter NTPC Renewable Energy schrieb am Freitag die Errichtung eines neuen Solarprojekts mit einer Leistung von einem Gigawatt im Bundesstaat Andhra Pradesh aus.
Parallel dazu startete NTPC Green Energy die Ausschreibung für ein Batteriespeichersystem mit einer Kapazität von 3.300 Megawattstunden am Standort Khavda in Gujarat.
Zudem meldete NTPC Green Energy am heutigen Samstag die offizielle Inbetriebnahme eines weiteren Solarabschnitts über 66,18 Megawatt am Kalasar-Projekt in Rajasthan. Damit kletterte die gesamte operative Erzeugungskapazität der grünen Unternehmenssparte auf 11.328,69 Megawatt.
Analysten sehen defensive Qualitäten
An der Börse spiegelte sich die angespannte Lage an den Rohstoffmärkten zuletzt deutlich wider. Am Donnerstag markierte der Titel ein 52-Wochen-Tief bei 308,45 INR, bevor er am Freitag bei 310,70 INR ins Wochenende ging.
Die Analysten von Jefferies stuften den staatlich kontrollierten Energieversorger dennoch jüngst als einen ihrer Favoriten ein. Das Analysehaus verweist darauf, dass NTPC weitgehend gegen steigende Finanzierungskosten abgesichert sei.
Ein Großteil der Kredite weist feste Zinssätze auf, während mehr als 70 Prozent des Anlagevermögens über staatlich regulierte Renditen vergütet werden. Das durchschnittliche Konsensziel der Analysten liegt bei 427 INR.
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