Nvidia Aktie: 6 Milliarden für Poolside und Nemotron
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 12:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nvidia hat einem Medienbericht zufolge eine Lizenz- und Investitionsvereinbarung im Volumen von 6 Milliarden US-Dollar mit dem KI-Start-up Poolside geschlossen. Ziel der heute bekannt gewordenen Kooperation ist der Ausbau der offenen Nemotron-Modellfamilie des Chipkonzerns. Für Anleger ist die Nachricht ein weiteres Signal dafür, wie aggressiv Nvidia sein Kapital in das gesamte KI-Ökosystem pumpt – über reine Chipverkäufe hinaus.
Speicherkosten belasten die Marge, TrendForce bestätigt Trend
Die Investition fällt in eine Phase steigender Kostenlast für die gesamte Branche. TrendForce meldete am heutigen Tag, dass die Vertragspreise für Server-DRAM im dritten Quartal 2026 um 13 bis 18 Prozent steigen dürften. Das untermauert die bereits bekannte Ankündigung, wonach Nvidia wegen der Kostenexplosion bei HBM- und DRAM-Speicher die Preise für KI-Server mit den kommenden Grace-Blackwell- und Vera-Rubin-Chips ab Anfang 2027 um mehr als 15 Prozent anheben will.
Für Kunden wie Microsoft, Alphabet und Oracle bedeutet das höhere Investitionskosten – für Nvidia selbst dürfte es die Marge stützen, sofern die Nachfrage stabil bleibt.
Genau diese Nachfrage will Nvidia mit Investitionen wie jener in Poolside und mit breiteren Finanzierungsallianzen absichern. Anfang August hatte der Konzern gemeinsam mit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR Finanzierungsplattformen für KI-Rechenzentren aufgesetzt, die mehr als 500 Milliarden US-Dollar an Drittkapital mobilisieren sollen.
Auch die Investition von 1,5 Milliarden US-Dollar in SB Energy zur Sicherung von Land und Stromkapazität für eine große KI-Fabrik in Ohio, die für Kunde OpenAI errichtet wird, reiht sich in diese Strategie ein.
Blick auf die Quartalszahlen am Mittwoch
Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich zugleich auf die anstehenden Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2027, die Nvidia am Mittwoch nach Börsenschluss vorlegen wird.
Der Konsens erwartet einen Umsatz von rund 92 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn je Aktie von 2,08 US-Dollar. Vor diesem Hintergrund wirken die jüngsten Kapitalzusagen und Partnerschaften wie ein Versuch, das Wachstumsnarrativ über den Berichtstermin hinaus zu untermauern.
An der Börse zeigt sich das Papier vorbörslich mit 184,20 Euro nahezu unverändert und liegt damit knapp über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 180,84 Euro. Auf Wochensicht steht die Aktie jedoch mit 5,2 Prozent im Minus, während sie seit Jahresbeginn weiterhin ein Plus von 15 Prozent aufweist.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro beträgt aktuell 9,0 Prozent – ein Hinweis darauf, dass der Markt die milliardenschweren Investitionszusagen bislang eher nüchtern goutiert und die Entscheidung offenbar den Quartalszahlen überlässt.
Die Kombination aus steigenden Speicherkosten, milliardenschweren Ökosystem-Investitionen und der bevorstehenden Bilanzvorlage macht die kommenden Tage zu einem Prüfstein: Zeigt sich, dass Nvidia trotz höherer Komponentenkosten seine Wachstumsdynamik hält, dürfte das die jüngste Kursschwäche relativieren.
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