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Nvidia Aktie: 63,4-Milliarden-Portfolio in Intel und SpaceX

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 21:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nvidia reduziert Finanzgarantie für Ohio-Rechenzentrum und offenbart Milliarden-Beteiligungen an SpaceX und Intel. Der Chipkonzern diversifiziert seine KI-Investitionen.

Nvidia kappt OpenAI-Garantie, investiert Milliarden in SpaceX und Intel
Abstrakte Darstellung von großflächigen Unternehmensinvestitionen und strategischer Kapitalallokation in einem Bürogebäude. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nvidia hat diese Woche zwei Dinge gleichzeitig getan, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen: Der Konzern hat seine Finanzgarantie für das gemeinsame Rechenzentrum mit OpenAI in Ohio von 250 Milliarden auf unter 120 Milliarden Dollar gekappt – und parallel offengelegt, dass er über ein 13F-Filing Aktienpakete im Wert von rund 21 Milliarden Dollar an SpaceX und 30 Milliarden Dollar an Intel hält. Für mich ist genau diese Gleichzeitigkeit die eigentliche Geschichte, nicht die einzelnen Zahlen.

Der Rückzug aus Ohio ist kein Warnsignal, sondern Risikomanagement

Das Wall Street Journal berichtete am Donnerstag, dass Nvidia seine Investitionsverpflichtung für die erste Phase des Ohio-Projekts – rund 5 Gigawatt eines insgesamt auf 10 Gigawatt und über 500 Milliarden Dollar veranschlagten Campus – deutlich zurückgefahren hat.

Reuters zufolge könnte der überarbeitete Deal bereits am Wochenende unterschrieben werden. Wer daraus einen Vertrauensverlust in OpenAI ableitet, greift für mich zu kurz.

Nvidia bleibt Teil der von SB Energy entwickelten Infrastruktur und hat sich im September 2025 verpflichtet, mindestens 10 Gigawatt eigener Systeme zu liefern, mit einer möglichen Beteiligung von bis zu 100 Milliarden Dollar. Die Kürzung der Garantie liest sich eher wie eine Neuverhandlung der Risikoverteilung als wie ein Ausstieg.

Bemerkenswert ist der Kontext: Gleichzeitig treibt Nvidia mit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR eine Finanzierungsplattform über mehr als 500 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur voran – angekündigt am 10. August. Nvidia selbst würde davon laut CEO Jensen Huang bis zu 25 Prozent, also rund 125 Milliarden Dollar, als Backstop übernehmen.

Huang brachte die Logik dahinter auf die Formel: "In AI, compute is revenue." Wer das ernst nimmt, sieht: Nvidia verschiebt Risiko nicht ab, sondern verteilt es neu – weg von einer einzelnen Ohio-Garantie, hin zu einer breiteren, von Drittkapital getragenen Struktur.

Die Portfolio-Offenlegung zeigt, wie tief Nvidia im KI-Ökosystem steckt

Das 13F-Filing zum 30. Juni offenbart ein Gesamtportfolio von 63,4 Milliarden Dollar, gegenüber 18,4 Milliarden Dollar zuvor. Allein Intel und SpaceX machen mehr als drei Viertel davon aus. Die Intel-Position ist binnen zwölf Monaten von einer 5-Milliarden-Dollar-Investition auf rund 30 Milliarden Dollar gewachsen.

Die SpaceX-Beteiligung entstand aus einer Investition in xAI, die nach der Fusion mit SpaceX in Aktien des Raumfahrtunternehmens umgewandelt wurde – aktuell nach dem Börsengang von Anfang Juni nur noch rund 17 Milliarden Dollar wert, nachdem der Kurs seit dem 30. Juni gefallen ist.

Für mich zeigt das: Nvidia ist längst nicht mehr nur Chiplieferant, sondern zunehmend strategischer Investor in seine eigene Nachfragekette. Elon Musk hat bestätigt, dass SpaceX exklusiv auf Nvidias kommender Vera-Rubin-Architektur aufbauen will. Das ist aus meiner Sicht der eigentliche Wert dieser Beteiligungen – weniger die Bilanzgewinne, sondern die Absicherung künftiger Chip-Nachfrage.

Warnsignale sollte man nicht ignorieren

Skeptiker haben durchaus Argumente. Investor Steve Eisman warnt, der gesamte KI-Boom hänge an nur zwei Kunden – OpenAI und Anthropic –, die zusammen rund 70 Prozent der KI-bezogenen Umsätze bei Microsoft, Amazon, Alphabet und Oracle ausmachen.

Michael Burry positioniert sich öffentlich gegen Nvidia und Halbleiterwerte, und Goldman Sachs beziffert unbegonnene Hyperscaler-Leasingverpflichtungen auf rund eine Billion Dollar. Auch Insider-Verkäufe bei Nvidia in Höhe von 767,2 Millionen Dollar innerhalb von 90 Tagen sollte man nicht übergehen.

Trotzdem überwiegen für mich die Argumente für Kontinuität statt Bruch. Das Aktienkurs-Niveau von 194,74 Euro liegt nur rund 3,8 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch und satte 39 Prozent über dem Jahrestief – der Markt scheint die Neuordnung der Finanzierungsstruktur bislang gelassen zu nehmen.

Mit Blick auf die für den 26. August erwartete Quartalsbilanz, für die Nvidia rund 91 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht gestellt hat, wird sich zeigen, ob diese Gelassenheit berechtigt war.

Unterm Strich: Die Ohio-Kürzung ist kein Rückzug aus der KI-Wette, sondern deren Umbau in ein diversifizierteres, von Wall-Street-Kapital mitgetragenes Modell. Das Risiko wandert nicht weg – es wird nur anders verteilt. Genau das dürfte über die nächsten Quartale entscheiden, ob Nvidias Doppelrolle als Chiplieferant und Infrastruktur-Investor aufgeht.

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