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Nvidia Aktie: 750 Milliarden Dollar Deal-Paket mit SK Group

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 16:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nvidia schließt milliardenschwere Partnerschaften, während Kritiker die Finanzierungsstruktur der KI-Branche hinterfragen. Die Aktie pendelt zwischen Euphorie und Skepsis.

Nvidia-Aktie: Milliarden-Deals und Kritik an KI-Finanzierung
Abstrakte Darstellung moderner Rechenzentrum-Infrastruktur mit blau leuchtenden Glasfaserkabeln und Server-Racks. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nvidia bleibt der zentrale Gradmesser der KI-Rally – und gerät zugleich zunehmend in die Kritik. Während der Chiphersteller milliardenschwere Partnerschaften mit SK Group und OpenAI schmiedet, wächst am Markt die Sorge, dass sich die Branche gegenseitig finanziert, ohne dass echte Endnachfrage dahintersteht. Im deutschen Handel schloss die Aktie am Freitag bei 174,36 Euro, ein Plus von 2,98 Prozent gegenüber dem Vortag – nach einer Woche, die insgesamt ein Minus von 4,21 Prozent brachte.

Vorwurf der "zirkulären Finanzierung"

Im Zentrum der aktuellen Debatte steht ein Deal-Paket im Volumen von 750 Milliarden Dollar: 500 Milliarden Dollar entfallen auf eine Vereinbarung mit der SK Group über Chips, Supercomputer und ein Rechenzentrum mit zwei Gigawatt Kapazität, weitere 250 Milliarden Dollar sind als Leasing-Garantien für OpenAI vorgesehen. Zusätzlich verhandelt Nvidia laut Berichten aus Irland über eine Chip-Finanzierung von bis zu 350 Milliarden Dollar. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, mit solchen Konstrukten künstliche Nachfrage zu erzeugen – Geld fließe von Nvidia zu Kunden, die es wiederum für Nvidia-Produkte ausgeben. Ende Juli hatte die Aktie deswegen zeitweise fünf Prozent verloren, während die Kreditausfallversicherung des Unternehmens auf 82 Basispunkte stieg. Nvidia-Chef Jensen Huang wies die Vorwürfe als "lächerlich" zurück.

Das OpenAI-Datenzentrum in Ohio, das über eine SoftBank-Tochter realisiert wird, soll perspektivisch zehn Gigawatt Kapazität erreichen, die erste Phase mit 800 Megawatt ist bis 2028 geplant. Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei über 500 Milliarden Dollar. Parallel dazu hat Amazon eine Investition von 50 Milliarden Dollar in OpenAI abgeschlossen, Teil einer Finanzierungsrunde von 110 Milliarden Dollar, an der auch Nvidia mit 30 Milliarden Dollar beteiligt ist. Solche Verflechtungen zwischen Chipherstellern, Cloud-Anbietern und KI-Labors nähren die Debatte, ob die Branche eine Blase aufbaut – auch wenn Teile des Silicon Valley eine mögliche Übertreibung als Preis für echte Innovation akzeptieren.

Taiwan-Offensive und Speicherpakt mit SK Hynix

Jenseits der Finanzierungsfragen treibt Nvidia die eigene Produktionsbasis voran. Jensen Huang kündigte an, die jährlichen Investitionen in Taiwan von 100 auf 150 Milliarden Dollar zu erhöhen. Ein neuer Taipeh-Campus namens "Constellation" soll ab 2030 rund 4.000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Ankündigung ließ den taiwanischen Taiex-Index auf ein Rekordhoch steigen, TSMC und MediaTek legten deutlich zu. Gleichzeitig verschieben sich die Umsatzgewichte: Während der Umsatz in China und Hongkong zuletzt um die Hälfte einbrach, stieg er in Taiwan im gleichen Ausmaß. Ergänzend hat Nvidia mit SK Hynix einen Speicherliefervertrag über 500 Milliarden Dollar unterzeichnet, während Samsung und Broadcom eine Absichtserklärung über 200 Milliarden Dollar für die Chipproduktion geschlossen haben – Teil eines südkoreanisch-amerikanischen Investitionspakets von rund 950 Milliarden Dollar.

China bleibt Unsicherheitsfaktor

Der chinesische Markt bleibt für Nvidia ein Streitpunkt. Reuters berichtet, die USA hätten rund zehn chinesischen Technologiekonzernen, darunter Alibaba, Tencent und ByteDance, den Kauf der H200-Chips genehmigt – ausgeliefert wurde bislang jedoch nichts, und chinesische Unternehmen drosseln ihre Bestellungen. Nvidia hielt einst 95 Prozent des chinesischen Marktes für fortgeschrittene Chips, inzwischen entfällt nur noch ein kleinerer Teil des Konzernumsatzes auf China. Zusätzliche Brisanz erhält das Thema durch Berichte, wonach das chinesische KI-Modell Kimi K3 von Moonshot AI über Alibaba Cloud Zugriff auf rund 20.000 Nvidia-Chips erhalten habe – Alibaba bestreitet zwar die Nutzung von H200-Modellen, dementiert aber nicht die genannte Stückzahl. US-Behörden ermittelten zudem gegen zwei Männer, die versucht haben sollen, Nvidia-Chips im Wert von 160 Millionen Dollar unter falscher Kennzeichnung nach China zu schmuggeln.

Analysten uneins, Hauptversammlung im Blick

Die Analystenlandschaft bleibt gespalten. Bei einem Konsens-Kursziel von 304,26 Dollar reicht die Spanne von Melius Research mit 400 Dollar bis zu Seaport Research mit einer Verkaufsempfehlung und einem Ziel von 180 Dollar. Institutionelle Investoren agieren uneinheitlich: Während Amova Asset Management seine Position leicht reduzierte, bauten Fonds wie Dimensional Fund Advisors und mehrere kleinere Häuser ihre Bestände aus. Auch mehrere Insider trennten sich zuletzt von Aktienpaketen. Anleger richten den Blick nun auf die Hauptversammlung am 26. August, bei der auch die Backlog-Entwicklung der Blackwell-Architektur und der Produktionsstart der Nachfolgegeneration Vera Rubin Thema sein dürften. Mit einem Abstand von 13,90 Prozent zum 52-Wochen-Hoch und einem RSI von 47,2 zeigt der Kursverlauf derzeit keine klare Richtung – die Aktie pendelt zwischen KI-Euphorie und wachsender Skepsis gegenüber der Finanzierungsarchitektur der Branche.

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