Nvidia Aktie: Moody's bestätigt Top-Rating trotz Milliardenlast
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 17:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Während Chipwerte weltweit unter Druck stehen, sendet eine Ratingagentur ein bemerkenswert ruhiges Signal: Moody's bestätigt für Nvidia das Aa1-Rating und lässt den positiven Ausblick unangetastet – trotz einer neuen Garantiezusage, die in der Spitze mehrere Zehnmilliarden Dollar an Zahlungsverpflichtungen umfassen kann.
Auslöser ist eine Restwertgarantie für den geplanten KI-Rechenzentrumscampus in Pike County, Ohio. Nvidia sichert dort Miet- und Stromzahlungen einer OpenAI-Tochter für rund 4,25 Gigawatt IT-Leistung ab, mit Option auf weitere Kapazität.
Die aggregierte Verpflichtung ist für die Erstzusage auf 105 Milliarden Dollar gedeckelt, greift aber erst ab 2028 und erreicht ihren Höhepunkt laut Moody's-Schätzung erst 2031. S&P Global bestätigte am selben Tag sein AA-Emittentenrating und beziffert die daraus resultierende Schuldenanpassung auf 4,2 Milliarden Dollar im Jahr 2028, ansteigend auf etwa 37,7 Milliarden Dollar bis 2031.
Bilanz als Puffer
Moody's begründet die Bestätigung mit der finanziellen Ausgangslage. Pro forma für die im Juni begebenen 25-Milliarden-Dollar-Anleihen verfügte Nvidia über 106 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln – die adjustierte Verschuldung liegt damit bei lediglich dem 0,2-Fachen des EBITDA.
Für die kommenden Geschäftsjahre rechnet die Agentur mit Umsatzwachstum von 77 Prozent im Geschäftsjahr 2027 und 54 Prozent im Geschäftsjahr 2028, kumuliert soll der freie Cashflow rund 424 Milliarden Dollar erreichen.
Der Ohio-Deal reiht sich in eine breitere Strategie ein. Anfang August hatte Nvidia gemeinsam mit sechs Finanzpartnern, darunter BlackRock, angekündigt, über 500 Milliarden Dollar an Drittkapital für den globalen KI-Infrastrukturausbau zu mobilisieren – Nvidia kann davon bis zu 25 Prozent selbst durch Kreditunterstützung absichern.
Bank of America schätzt die gesamten Verpflichtungen des Unternehmens im KI-Ökosystem inzwischen auf rund 300 Milliarden Dollar, aufgeteilt in etwa 70 Milliarden Dollar Beteiligungen und 230 Milliarden Dollar Restwertgarantien.
Politischer Gegenwind bleibt
Parallel zur Finanzierungsseite wächst der regulatorische Druck aus Washington. Weil Nvidias fortschrittlichste Chips für China gesperrt sind, greifen chinesische Firmen offenbar über Rechenzentren in Thailand, Malaysia und Japan auf die Rechenleistung zu – legal, solange die Hardware nicht direkt gekauft wird.
Ein Gesetzentwurf zur Schließung dieser Lücke hat die Repräsentantenhaus-Hürde bereits genommen, hängt aber im Senat fest. Zusätzlich sind laut Berichten kleine Mengen des H200-Chips bereits über Hongkong nach China gelangt, mit jeweils rund 10.000 Einheiten für ByteDance und Tencent.
Der Analystenkonsens bleibt trotz der Gemengelage klar positiv: Das mittlere Kursziel liegt bei 306,13 Dollar, die Spanne reicht von 250 bis 500 Dollar. Bank of America sieht bei ihrem Ziel von 350 Dollar sogar rund 60 Prozent Potenzial gegenüber dem zuletzt genannten Schlusskurs von 219 Dollar.
Am 26. August legt Nvidia Quartalszahlen vor – dann zeigt sich, ob Wachstum und Cashflow mit den wachsenden Garantieverpflichtungen Schritt halten können.
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