Oil-Dri, America

Oil-Dri of America Aktie: Rekordzahlen, Kursabschlag

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 18:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Jahresgewinn wuchs, doch sinkende Bruttomargen und nachlassendes Wachstumstempo belasteten die Börsenreaktion.

Oil-Dri of America: GeschĂ€ftsjahr mit Rekordumsatz und KursrĂŒckgang
Abstrakte Darstellung einer modernen Industrieanlage bei Sonnenuntergang als Symbol fĂŒr den Energiesektor. Illustration mit AI erstellt.

Rekordumsatz, Rekordgewinn, Rekordcash – und trotzdem gibt die Aktie nachbörslich nach. Bei Oil-Dri klaffen Zahlenwerk und Marktreaktion auseinander. Anleger scheinen weniger auf die Bestmarken zu schauen als auf die Frage, wie lange das Wachstum trĂ€gt.

Rekordjahr mit Schönheitsfehlern

Der Hersteller von Mineralsorbentien meldet fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2026 einen Umsatz von 493,8 Millionen Dollar, ein Plus von 2 Prozent. Der Nettogewinn stieg um 6 Prozent auf 57,0 Millionen Dollar. Das vierte Quartal brachte mit 129,3 Millionen Dollar den höchsten Quartalsumsatz der Firmengeschichte, der Gewinn je Aktie lag bei 1,00 Dollar.

Die Marge zeigt die Kehrseite. Im Gesamtjahr sank die Bruttomarge von 29,5 auf 27,8 Prozent, getrieben von höheren Produktions- und Frachtkosten. Im Schlussquartal hielt sie sich auf diesem Niveau. Das operative Ergebnis legte dort dennoch um 17 Prozent zu, auch weil die Verwaltungskosten um 8 Prozent fielen.

Katzenstreu als Wachstumsmotor

Treiber war vor allem Co-Packing von Katzenstreu. Das GeschĂ€ft mit leichten Streuprodukten fĂŒr Handelspartner wuchs im Jahr um 47 Prozent, im vierten Quartal sogar um 60 Prozent. Die Tiergesundheitssparte Amlan erreichte mit 9,9 Millionen Dollar einen Quartalsrekord. Das Management dĂ€mpft allerdings: Dieses Tempo sei kaum zu halten, zum Teil handle es sich um einen Aufholeffekt nach RĂŒckschlĂ€gen in Brasilien.

SchwĂ€cher lĂ€uft das GeschĂ€ft mit Markenstreu auf Tonbasis. Der inlĂ€ndische Absatz ohne Co-Packing sank im Quartal um 3 Prozent, belastet durch Preisaktionen der Konkurrenz und Änderungen bei HĂ€ndlern. Hohe Transportkosten drĂŒckten das Ergebnis der Handelssparte um 5 Prozent. Die Filtersparte fĂŒr Öle und Fette schloss das Jahr mit minus 5 Prozent ab.

Finanzkraft und Börsenreaktion

Die Kasse fĂŒllte sich auf 73,7 Millionen Dollar, nach 50,5 Millionen im Vorjahr. Das Unternehmen investierte 34,2 Millionen Dollar, kaufte Aktien fĂŒr 12,6 Millionen zurĂŒck und zahlte 10,4 Millionen als Dividende.

Kreditlinien wurden zudem von 200 auf 375 Millionen Dollar aufgestockt. Das Management signalisierte, Übernahmen und höhere Investitionen zu prĂŒfen, bleibe aber diszipliniert.

Die Aktie gab nach der Telefonkonferenz im nachbörslichen Handel um rund 5 Prozent auf 80,25 Dollar nach. Unmittelbar nach der Veröffentlichung hatte sie noch leicht im Plus gelegen. Das Papier ist seit Jahresbeginn dennoch rund 74 Prozent gestiegen, Gewinnmitnahmen nach diesem Lauf wĂ€ren keine Überraschung.

Als NĂ€chstes dĂŒrfte der Markt prĂŒfen, ob Amlan und das Co-Packing das Tempo in die Zahlen fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2027 tragen. Die Zahlen zum ersten Quartal prĂ€sentiert das Unternehmen im nĂ€chsten Turnus der Berichtssaison.

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