Okta, Aktie

Okta Aktie: Tritt ServiceNows Control Tower Alliance bei

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 22:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Okta will mit ServiceNow riskante Token-Anfragen von KI-Agenten blockieren; ein plattformweiter Zugriffsentzug bleibt langfristiges Ziel.
Abstrakte Darstellung digitaler Netzwerksicherheit und globaler Datenverbindungen in einem modernen IT-Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt.

Okta will Unternehmen helfen, KI-Agenten bei riskantem Verhalten den Zugriff zu begrenzen. Dazu beteiligt sich das Unternehmen an der heute gegründeten Control Tower Alliance von ServiceNow. Die Zusammenarbeit soll Sicherheitsentscheidungen mit technischen Zugriffssperren verbinden. Für Anleger konkretisiert sie Oktas Ansatz, die Kontrolle autonomer Software zu einem Geschäftsthema zu machen.

Zugriffssperre mit klar definierten Grenzen

Die Allianz startet mit elf Gründungsmitgliedern. Neben Okta gehören unter anderem Anthropic, AWS, Cisco, NVIDIA und OpenAI dazu. ServiceNow sieht vor, Partnerlösungen vor ihrer Aufnahme zu qualifizieren, zu zertifizieren und im Zusammenspiel zu testen.

Nach Angaben von Okta verbindet die Zusammenarbeit ServiceNows Entscheidungsebene zur Eindämmung von Risiken mit Oktas „Kill Switch“. Dieser soll neue Token-Anfragen von Agenten blockieren, die ihren vorgesehenen Handlungsrahmen überschreiten.

Diese Abgrenzung ist wichtig: Das Blockieren neuer Anfragen ist nicht gleichbedeutend mit einem vollständigen Entzug sämtlicher bestehender Zugriffe. Ein plattformübergreifender Kill Switch zum Entzug von Agentenzugriffen ist das langfristige Ziel der Zusammenarbeit. Anleger sollten den beschriebenen Ansatz deshalb von der weitergehenden Zielsetzung unterscheiden.

Damit knüpft Okta an die Frage an, die CEO Todd McKinnon gestern im CNBC-Gespräch mit Jim Cramer aufwarf: Wie lassen sich legitime KI-Agenten von schädlichen Bots unterscheiden? Die Allianz ergänzt diese Unterscheidung um die Möglichkeit, auf problematisches Verhalten zu reagieren.

Unternehmen fehlt häufig der Überblick

Den Bedarf an solchen Kontrollen unterstrich auch Okta-APJ-Chef Dan Mountstephen. Ihm zufolge fragen Risiko- und Finanzchefs zunehmend nach, ob die Sicherheits- und IT-Verantwortlichen ihre KI-Agenten kontrollieren können. Gespräche über Reputations- und Markenrisiken hätten in den vergangenen drei Monaten zugenommen.

Eine Okta-Umfrage bei Gipfeln in Sydney und Melbourne verdeutlicht die Lücken: Nur 13 % der australischen Organisationen konnten einen außer Kontrolle geratenen Agenten organisationsweit abschalten. Zugleich hatten 40 % keinerlei Überblick über ihre Agenten.

Mountstephen empfiehlt deshalb zunächst Sichtbarkeit. Unternehmen sollten Agenten als Identitäten mit einem verantwortlichen Eigentümer und begrenzten Berechtigungen verwalten. Außerdem müssten sie riskante Sitzungen beenden können. Die angekündigte Zusammenarbeit mit ServiceNow greift damit ein konkretes Kontrollproblem auf. Bei der Allianz ist für Anleger entscheidend, zwischen der beschriebenen Sperre neuer Token-Anfragen und dem langfristig angestrebten plattformübergreifenden Zugriffsentzug zu unterscheiden.

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