OMV Petrom: 55 Megawatt grüner Wasserstoff in Petrobrazi
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 10:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
OMV Petrom hat Ende August die geplante Kapazität für grünen Wasserstoff am Raffineriestandort Petrobrazi auf 55 Megawatt erhöht. Möglich macht das die Lieferung eines zweiten Elektrolyseurs mit 35 Megawatt Leistung, der zur bereits bestehenden Anlage hinzukommt. Der Ausbau markiert einen weiteren Schritt der rumänischen Tochter, ihre Raffineriekapazitäten schrittweise auf klimafreundlichere Prozesse umzustellen.
Elektrolyseur soll fossilen Wasserstoff ersetzen
Grüner Wasserstoff aus Elektrolyse kann in Raffinerien fossil erzeugten Wasserstoff ersetzen, der bislang für Entschwefelungs- und Veredelungsprozesse benötigt wird.
Mit der zweiten 35-Megawatt-Einheit verdoppelt Petrom die Anlagenleistung am Standort Petrobrazi nahezu und rückt damit näher an eine spürbare Reduktion der Emissionen aus dem Raffineriebetrieb heran. Für den Mutterkonzern OMV ist das Projekt Teil einer breiteren Strategie, Teile des Geschäfts auf erneuerbare Energieträger umzustellen.
Kritische Analystenstimme trotz angehobenem Kursziel
Parallel zu den operativen Fortschritten meldeten sich Analysten zu Wort. Barclays hob das Kursziel für OMV vergangenen Freitag von 57 auf 60 Euro an, stufte die Aktie aber weiterhin mit „Underweight“ ein. Die britische Bank bleibt damit skeptisch, ob der jüngste Kursanstieg fundamental gerechtfertigt ist – trotz der Anhebung signalisiert das Rating, dass Barclays das Aufwärtspotenzial gegenüber anderen Werten der Branche für begrenzt hält.
Diese zurückhaltende Einschätzung steht in einem gewissen Kontrast zur Kursentwicklung der vergangenen Wochen. Die OMV-Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen um 8,8 Prozent zugelegt und notiert nur noch rund einen Prozentpunkt unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 70,35 Euro. Für Anleger bedeutet das: Der Markt preist derzeit mehr Optimismus ein, als es die „Underweight“-Einstufung von Barclays nahelegt.
Wasserstoff-Projekt als Baustein der Konzernstrategie
Der Ausbau in Petrobrazi fällt in eine Phase, in der OMV sein Portfolio zunehmend diversifiziert – sowohl geografisch über die rumänische Tochter als auch technologisch über den Einstieg in Wasserstoffprojekte.
Solche Investitionen zahlen sich in der Regel nicht kurzfristig auf die Bilanz aus, sind für Investoren aber ein Signal, dass der Konzern seine Raffineriekapazitäten zukunftsfähig ausrichten will.
Ob sich diese langfristige Ausrichtung in den kommenden Quartalszahlen bereits niederschlägt, bleibt für die Ergebnispräsentation am 24. September ein Beobachtungspunkt für Analysten und Anleger gleichermaßen.
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