Oracle, Aktie

Oracle Aktie: Dividende auf 2,00 Dollar erhöht

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 01:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Oracle steigert die Dividende auf 2,00 Dollar, kämpft jedoch mit negativem Cashflow und hoher Verschuldung durch den Cloud-Ausbau.

Oracle erhöht Dividende trotz Milliardenverlusten und KI-Investitionen
Moderne Glasfassade eines Bürogebäudes im goldenen Licht als Symbol für Unternehmenswachstum und Finanzstabilität. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Oracle hat am heutigen Dienstag die jährliche Dividende zum zwölften Mal in Folge erhöht – von 1,70 auf 2,00 Dollar je Aktie. Der Beschluss des Verwaltungsrats fällt in eine Phase, in der der Softwarekonzern gleichzeitig massiv Kapital verbrennt, um seinen Ausbau in der Cloud- und KI-Infrastruktur zu finanzieren. Die zuletzt am 24. Juli ausgezahlte Quartalsdividende von 0,50 Dollar wird damit deutlich angehoben.

Die Aktie reagiert darauf verhalten: Sie notiert aktuell bei 124,00 Euro und verliert am heutigen Tag 2,1 Prozent. Belastend wirkt weiterhin die vergangene Woche bekannt gewordene Verzögerung beim Projekt Jupiter, einem KI-Rechenzentrum in New Mexico. Wie eine Tochtergesellschaft von Energy Transfer in einer Aufsichtsbehörden-Meldung mitteilte, verschiebt sich die Fertigstellung der zuliefernden Gaspipeline um ein halbes Jahr auf Februar 2027.

Wachstum mit hohem Preis

Die Dividendenerhöhung steht im Kontrast zu den Zahlen des am 31. Mai beendeten Geschäftsjahres 2026: Oracle steigerte den Gesamtumsatz um 17 Prozent auf 67,4 Milliarden Dollar, die Cloud-Erlöse legten um 39 Prozent auf 34,0 Milliarden Dollar zu.

Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 27 Prozent auf 7,63 Dollar. Diesen Erfolgen steht jedoch ein negativer freier Cashflow von 23,7 Milliarden Dollar gegenüber – Folge der massiven Investitionen in Cloud-Infrastruktur.

Um die Wachstumsstrategie zu stemmen, hatte Oracle im vergangenen Geschäftsjahr bereits 43 Milliarden Dollar an Fremdkapital sowie 5 Milliarden Dollar an Eigenkapital aufgenommen. Für das laufende Geschäftsjahr 2027 plant der Konzern nach eigenen Angaben weitere rund 40 Milliarden Dollar über Fremd- und Eigenkapital, darunter eine Kapitalerhöhung am Markt über 20 Milliarden Dollar.

Die Prognose für das neue Geschäftsjahr sieht einen Gesamtumsatz von 90 Milliarden Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 8,05 Dollar vor. Für das erste Quartal stellt Oracle ein Umsatzwachstum von 27 bis 29 Prozent und ein Cloud-Wachstum von 57 bis 63 Prozent in Aussicht.

Stellenabbau begleitet Investitionsoffensive

Parallel zur Finanzierungsoffensive treibt Oracle einen Umbau der Belegschaft voran. Medienberichten zufolge streicht der Konzern rund 21.000 Stellen, etwa 13 Prozent der Belegschaft, im Zuge einer KI-getriebenen Restrukturierung. Gleichzeitig plant Oracle Investitionen von 90 bis 95 Milliarden Dollar in KI-Rechenzentren – finanziert über neue Schulden und Eigenkapital in Höhe von 40 bis 50 Milliarden Dollar.

Auffällig ist zudem das Verkaufsverhalten von Insidern: In den vergangenen 90 Tagen wurden 13 Insider-Transaktionen registriert, ausschließlich Verkäufe im Gesamtwert von rund 132,3 Millionen Dollar. Den Großteil davon zeichnete Vice Chairman Jeffrey Henley über geplante Verkaufsprogramme verantwortlich. Am 24. Juli erhielt zudem ein Insider eine Zuteilung von Restricted Stock Units im Wert von 60.183,70 Dollar.

Anleger stehen damit vor einem zwiespältigen Bild: Ein Unternehmen, das operativ zweistellig wächst und seine Dividende verlässlich anhebt, finanziert diesen Kurs jedoch mit wachsender Verschuldung und einem tiefroten Cashflow. Die jüngste Verzögerung bei einem zentralen Infrastrukturprojekt zeigt, wie sensibel der Markt auf jedes Anzeichen von Verzug bei der milliardenschweren KI-Wette reagiert.

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