Oracle Aktie: Guggenheim bekräftigt Kaufempfehlung
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 18:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei Tage vor den Quartalszahlen bringt Guggenheim eine klare Botschaft: Nicht die Abhängigkeit von OpenAI treibt Oracle-Anleger um, sondern die Frage, wie das Unternehmen seinen gigantischen Kapitalbedarf stemmt. Die Investmentbank bestätigt ihr Kursziel von 400 Dollar und bleibt bei "Buy" – trotz eines Kursrückgangs von 18 Prozent seit Jahresbeginn.
Im Zentrum der Analyse steht die geplante Kapitalerhöhung über 20 Milliarden Dollar am offenen Markt. Laut Guggenheim ist genau diese Maßnahme seit den Zahlen zum vierten Quartal das größte Sorgenthema für Investoren – noch vor der Konzentration des Cloud-Geschäfts auf den einzelnen Großkunden OpenAI. Im vierten Fiskalquartal hatte Oracle noch keine neuen Aktien ausgegeben. Die Analysten erwarten nun sichtbare Fortschritte.
Kapazitätsausbau nimmt Fahrt auf
Die Wachstumsvorgabe für das Cloud-Geschäft ist ambitioniert: Zwischen 57 und 63 Prozent währungsbereinigtes Wachstum hat Oracle für das erste Fiskalquartal in Aussicht gestellt. Das erfordert einen kräftigen Sprung bei den wiederkehrenden Erlösen aus dem Infrastruktur-Geschäft – gut 9 Milliarden Dollar sollen allein in diesem Quartal neu hinzukommen, nach geschätzten 4,2 Milliarden Dollar im Vorquartal.
Co-CEO Clay Magouyrk rechnet mit neuer Rechenzentrumskapazität von knapp einem Gigawatt im laufenden Quartal, nach 1,2 Gigawatt im gesamten vergangenen Fiskaljahr. Insgesamt plant Oracle für das Fiskaljahr 2027 Kapitalaufnahmen von 40 Milliarden Dollar, wovon die erwähnte Aktienausgabe über 20 Milliarden Dollar ein Baustein ist. Weitere Kapitalmaßnahmen für das Kalenderjahr 2026 sind laut den Angaben des Unternehmens nicht vorgesehen.
Gespräche mit Ratingagenturen deuten laut Guggenheim darauf hin, dass ein Teil der verbleibenden 20 Milliarden Dollar ebenfalls über Eigenkapital finanziert werden dürfte, um Fremdkapitalgeber zufriedenzustellen. Der Erhalt des Investment-Grade-Ratings gelte für die Finanzchefin als oberste Priorität. Die Analysten sehen den riskantesten Abschnitt des Ausbaus inzwischen als überstanden an.
Die Kursziele anderer Häuser reichen von 210 bis 325 Dollar – ein Spektrum, das die unterschiedlichen Einschätzungen zur Marge im GPU-Geschäft und zur Wachstumsdynamik der Cloud-Infrastruktur widerspiegelt. Am Markt zeigte sich die Aktie zuletzt bereits nervös: Sie legte im regulären Handel um gut 3 Prozent zu und setzte diese Bewegung vorbörslich mit einem weiteren Plus fort.
Am Donnerstag, dem 10. September, legt Oracle die Zahlen zum ersten Fiskalquartal vor. Dann zeigt sich, ob der angekündigte Kapazitätssprung tatsächlich in Umsatz und Auftragsbestand ankommt – und ob die Kapitalerhöhung bei Investoren die Zweifel ausräumt, die den Kurs seit Monaten belasten.
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