Partners Group Aktie: Bloomberg meldet Liquiditäts-Prüfung
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 12:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rücknahmeanträge in offenen Evergreen-Fonds setzen den Schweizer Vermögensverwalter Partners Group zunehmend unter Zugzwang. Wie Bloomberg gestern berichtete, prüft das Management neue Liquiditätswege für Anleger, um auf die Auszahlungswünsche zu reagieren. An der Börse spiegelt sich die Skepsis wider: Die Aktie notiert bei 628,00 Euro.
Parallel dazu kündigte Partners Group vor gut einer Woche an, den Evergreen-Fonds Global Value SICAV mit einem Nettoinventarwert von 6,6 Milliarden Euro künftig in zwei Teilportfolios für Wertzuwachs und Ausschüttungen aufzuteilen.
Das Modell der Evergreen-Strukturen gerät damit an einen Wendepunkt. Während diese Vehikel privaten und institutionellen Anlegern flexiblere Ein- und Ausstiege in illiquide Anlageklassen versprechen, verschärfen sich bei Marktschwankungen die Herausforderungen. Treffen gehäufte Rücknahmeforderungen auf schwer veräußerbare Vermögenswerte, gerät das Liquiditätsmanagement unter Druck.
Analysten senken ihre Erwartungen
Diese Gemengelage veranlasste auch die Analysten zu vorsichtigeren Prognosen. Am 29. September senkte das Analysehaus Jefferies sein Kursziel auf 605 Franken nach zuvor 710 Franken und beließ die Einstufung bei „Hold“. Die Experten reduzierten zudem ihre Gewinnerwartungen für die kommenden beiden Jahre um rund ein Zehntel. Als Begründung nannten sie die verzögerte Erholung der verwalteten Vermögen infolge der Probleme bei Evergreen-Fonds.
Bereits am 28. September hatte auch die Schweizer Großbank UBS den Rotstift angesetzt und ihr Kursziel auf 670 Franken reduziert. Neben vorsichtigeren Renditeannahmen und höheren Kosten für Absicherungsgeschäfte verwies das Institut auf stockende Verkäufe von Portfoliounternehmen. Bleiben lukrative Exits aus, fehlen den Verwaltern wichtige Erträge aus erfolgsabhängigen Gebühren.
Schleppende Exits bremsen das Neugeschäft
Dass das Marktumfeld für Realisierungen anspruchsvoll ist, prägte bereits die Zwischenbilanz des Unternehmens. Im ersten Halbjahr erzielte Partners Group Erlöse von 1.121 Millionen Franken, verglichen mit 1.210 Millionen Franken im Vorjahreszeitraum. Als Belastungsfaktor traten dabei vor allem die verzögerten Exit-Prozesse in Erscheinung.
Am Ziel für das Gesamtjahr hält das Management dennoch fest. Das Unternehmen bekräftigte am 1. September die Erwartung einer Brutto-Neukundennachfrage in einer Spanne von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar. Um die Präsenz im nordeuropäischen Markt zu vertiefen, eröffnete Partners Group am 10. September zudem ein neues Büro in Stockholm, dessen Leitung Carina Spitzkopf übernahm.
Am Kapitalmarkt schlägt sich die Zurückhaltung der Investoren dennoch nieder. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursminus der Aktie auf 41 Prozent. Eine nachhaltige Stabilisierung dürfte davon abhängen, wie schnell Partners Group überzeugende Lösungen für den Liquiditätsbedarf seiner Kunden etablieren kann.
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