Petrobras Aktie: 17,4 Milliarden Real Ausschüttung
Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 20:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der brasilianische Energiekonzern Petrobras stellt die Weichen für eine langfristige Sicherung seiner Reserven und weitet seine Aktivitäten auf den afrikanischen Kontinent aus.
Am gestrigen Freitag erhielt das Unternehmen die Genehmigung, Verhandlungen über vier Offshore-Explorationsblöcke im Keta-Becken in Ghana aufzunehmen. Dieser Schritt folgt auf eine Interessensbekundung des Konzerns und ist Teil der Strategie, das Explorationsportfolio zu diversifizieren und die langfristigen Ölreserven aufzufüllen.
Neue Wege in Afrika und Erfolge in der Heimat
Die Expansion nach Ghana markiert einen wichtigen Punkt in der internationalen Ausrichtung. Parallel dazu treibt das Unternehmen die heimische Förderung mit hoher Geschwindigkeit voran. Wie Petrobras mitteilte, wurde die Plattform P-79 im Búzios-Feld bereits drei Monate früher in Betrieb genommen, als es der Geschäftsplan für den Zeitraum 2026 bis 2030 ursprünglich vorsah.
Auch bei der Exploration in brasilianischen Gewässern gibt es Fortschritte. Laut Bloomberg wurde in der Explorationsbohrung Morpho im Foz do Amazonas-Becken ein kohlenwasserstoffhaltiges Intervall identifiziert. Die Bohrung befindet sich etwa 175 Kilometer vor der Küste von Amapá in einer Wassertiefe von 2.886 Metern.
Derzeit setzt das Unternehmen die Arbeiten fort, um das Potenzial des Fundes genauer zu bewerten. Diese Entdeckung unterstreicht die Bemühungen, neue Fördergebiete außerhalb der etablierten Felder zu erschließen.
Rekordzahlen und hohe Ausschüttungen
Die operativen Erfolge spiegeln sich in den jüngsten Geschäftszahlen wider, die Petrobras für das zweite Quartal vorlegte. Das Unternehmen erreichte eine Rekordölproduktion von 2,7 Millionen Barrel pro Tag, was einer Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Die Auslastung der Raffinerien lag im selben Zeitraum bei 101 Prozent. Das bereinigte EBITDA stieg um 95 Prozent auf 20,0 Milliarden US-Dollar, während der Nettogewinn ohne Einmaleffekte bei 11,1 Milliarden US-Dollar lag.
Aufgrund der starken Cashflow-Generierung hat der Vorstand eine umfangreiche Aktionärsvergütung beschlossen. Für das Geschäftsjahr 2026 wurden Vorabausschüttungen in Höhe von 17,4 Milliarden Brasilianischen Real genehmigt.
Die Auszahlung erfolgt Medienberichten zufolge in zwei Tranchen im November und Dezember. Der Stichtag für den Anspruch auf diese Dividenden war der gestrige Freitag, ab dem kommenden Montag werden die Papiere ex-Dividende gehandelt.
Marktumfeld und institutionelles Interesse
Die positive operative Entwicklung stößt auch bei Großinvestoren auf Interesse. Im zweiten Quartal hat Oaktree Fund Advisors eine neue Position in Petrobras-Aktien im Wert von knapp 7,99 Millionen US-Dollar aufgebaut. Auch andere Vermögensverwalter wie Matthews International Capital Management meldeten in ihren Pflichtmitteilungen neue Beteiligungen an dem brasilianischen Konzern.
Am gestrigen Freitag legte der Aktienkurs um 2,0 Prozent zu und schloss bei 7,60 Euro. Gestützt wurde diese Bewegung durch anziehende Ölpreise am Donnerstag, die aufgrund von Versorgungsängsten im Nahen Osten auf Drei-Wochen-Hochs kletterten. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier damit ein Plus von 55 Prozent.
Trotz dieser deutlichen Rally notiert der Kurs aktuell noch 16 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, was den anhaltenden Aufwärtstrend der vergangenen Monate verdeutlicht. Für das Gesamtjahr 2026 hat das Management die Produktionsprognose an das obere Ende der Spanne auf 2,6 Millionen Barrel pro Tag angehoben.
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