PG&E Aktie: San Francisco fordert öffentliche Untersuchung
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 15:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der kalifornische Energieversorger PG&E sieht sich erneut mit den operativen und finanziellen Risiken der Waldbrandsaison konfrontiert. Das Unternehmen schaltete wegen akuter Brandgefahr am Wochenende vorsorglich Stromleitungen in mehreren Regionen ab. An den europäischen Handelsplätzen verliert die Aktie heute 0,9 Prozent auf 11,70 Euro.
Präventive Netztrennungen in mehreren Bezirken
Am gestrigen Sonntag waren nach Unternehmensangaben noch rund 11.000 Kunden in Teilen von neun Bezirken Kaliforniens von Sicherheitsabschaltungen betroffen oder von möglichen Netztrennungen bedroht. In einigen anderen Gebieten hatte sich das Brandrisiko zu diesem Zeitpunkt bereits wieder verflüchtigt.
Begonnen hatten die gezielten Abschaltungen am Freitag in Teilen der Bezirke Fresno, Kern, Kings, San Benito sowie San Luis Obispo. Später weitete der Versorger die Maßnahmen auf Alameda, Merced und San Joaquin aus. Insgesamt stellte sich das Unternehmen zu Beginn des Ereignisses darauf ein, dass rund 12.200 Anschlüsse über 17 Bezirke und drei Stammesgebiete hinweg betroffen sein könnten.
Zwar meldete PG&E am Samstag, die Stromversorgung in acht Bezirken nach Leitungsprüfungen und Reparaturen von Windschäden weitgehend wiederhergestellt zu haben, doch die Wetterlage erzwang rasch weitere Eingriffe.
Kritik der Behörden in San Francisco
Die wiederkehrenden Netzprobleme rufen zunehmend politischen Widerstand hervor. Vertreter der Stadt San Francisco wandten sich am Donnerstag an die Regulierungsbehörde California Public Utilities Commission mit der Forderung nach einer öffentlichen Untersuchung. Sie führten 40 größere Stromausfälle seit Januar an und verwiesen auf zwei Brände, die auf PG&E-Ausrüstung zurückgeführt wurden. Hinzu kämen Verzögerungen bei Infrastrukturprojekten sowie der geplante Verkauf der Umspannstation Substation I.
Vorausgegangen waren weitere Vorfälle im Stadtgebiet von San Francisco. Am vergangenen Dienstag führten technische Defekte an der Ausrüstung dazu, dass 4.430 Kunden nahe dem Golden Gate Park ohne Strom blieben, während die Ursache eines weiteren Ausfalls in den Stadtteilen Bayview und Visitacion Valley noch Gegenstand von Untersuchungen war.
Hohe Kosten für Erdverkabelung
Parallel zu den operativen Herausforderungen belasten die immensen Investitionsanforderungen die Ertragserwartungen. Am 1. Oktober reichte PG&E einen Zehnjahresplan zur Erdverkabelung von Stromleitungen bei der kalifornischen Sicherheitsbehörde für Energieinfrastruktur ein, um Brandrisiken dauerhaft zu verringern und die Netzsicherheit zu erhöhen.
Analyst Paul Fremont vom Analysehaus Ladenburg Thalmann reagierte am 6. Oktober auf die erwarteten Belastungen und senkte das Kursziel der Aktie von 22,00 $ auf 15,50 $. Die Einstufung behielt das Haus auf „Buy“.
Als Begründung führte der Analyst die gestiegenen Kosten für das geplante Erdverkabelungsprogramm an. Mit einem Abstand von 29 Prozent zum 52-Wochen-Hoch spiegelt die aktuelle Notierung die anhaltende Vorsicht der Anleger angesichts der regulatorischen Vorgaben und der Haftungsrisiken wider.
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