Pharming Aktie: 20,93-Prozent-Crash nach Prognosesenkung
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 09:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das niederländische Biotechnologie-Unternehmen Pharming hat am heutigen Donnerstag seine Finanzziele für das laufende Jahr revidiert. Nach Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal reagierten die Anleger enttäuscht auf die gekürzte Umsatzprognose. Das Papier verzeichnete einen deutlichen Kurssturz und notiert aktuell bei 0,8800 Euro, was einem Minus von 20,93 Prozent entspricht. Damit verringert sich der Abstand zum 52-Wochen-Tief auf lediglich 2,33 Prozent.
Umsatzprognose für 2026 deutlich nach unten korrigiert
Die Konzernführung passte die Erwartungen für den Gesamtumsatz des Jahres 2026 an eine neue Spanne von 375 bis 395 Millionen US-Dollar an. Zuvor war das Unternehmen von Erlösen zwischen 405 und 425 Millionen US-Dollar ausgegangen. Die Korrektur um rund 30 Millionen US-Dollar wird primär auf den gestiegenen Wettbewerbsdruck beim Kernprodukt RUCONEST zurückgeführt. Im zweiten Quartal belief sich der Gesamtumsatz auf 90,2 Millionen US-Dollar, womit Pharming die durchschnittlichen Markterwartungen von etwa 100,6 Millionen US-Dollar verfehlte.
Trotz des Umsatzrückgangs von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es Fortschritte bei der Profitabilität. Der Nettoverlust für das erste Halbjahr 2026 konnte auf 3,6 Millionen US-Dollar begrenzt werden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte das Minus noch bei 10,3 Millionen US-Dollar gelegen. Die operativen Kosten für das Gesamtjahr sollen zudem mit 315 bis 320 Millionen US-Dollar etwas niedriger ausfallen als ursprünglich geplant.
Joenja als Wachstumstreiber bei rückläufigem RUCONEST-Geschäft
Während RUCONEST mit einem Quartalsumsatz von 72,3 Millionen US-Dollar ein Minus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr verbuchte, zeigte das neue Medikament Joenja eine starke Dynamik. Die Erlöse mit diesem Präparat kletterten um 40 Prozent auf 17,9 Millionen US-Dollar. Laut Unternehmensangaben konnte Joenja damit den Druck auf das Bestandsgeschäft teilweise kompensieren. CEO Chouraqui betonte zudem, dass RUCONEST im Vergleich zum ersten Quartal 2026 wieder um 24 Prozent zulegen konnte und er für die zweite Jahreshälfte eine Stabilisierung erwartet.
Der operative Gewinn schrumpfte im zweiten Quartal auf 1,3 Millionen US-Dollar. Ein Jahr zuvor hatte Pharming hier noch 10,8 Millionen US-Dollar ausgewiesen. Analysten bewerten die Aktie trotz der aktuellen Volatilität teilweise weiterhin positiv. So wird in aktuellen Berichten ein Kursziel von 2,45 Euro genannt, wobei die Einstufung auf „Buy“ belassen wurde.
Fokus auf klinische Meilensteine im vierten Quartal
In den kommenden Monaten richtet sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf die weitere geografische Expansion und klinische Studien. Nach der EU-Zulassung von Joenja im Mai 2026 plant das Unternehmen die Markteinführung in Deutschland für das laufende dritte Quartal. Dies soll die Umsatzbasis des Wachstumsträgers weiter verbreitern und die Abhängigkeit von RUCONEST verringern.
Zudem stehen wichtige Daten aus der Forschungspipeline an. Pharming beabsichtigt, im vierten Quartal 2026 klinische Ergebnisse zu Leniolisib bei Patienten mit dem variablen Immundefektsyndrom (CVID) zu veröffentlichen. Diese Daten gelten als entscheidend für die Erschließung breiterer therapeutischer Einsatzgebiete. Wie De Telegraaf berichtet, arbeitet das Unternehmen zudem an dem Projekt Napazimone, für das eine Markteinführung im Jahr 2028 möglich sein könnte.
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