Porsche SE Aktie: Deutsche Bank senkt auf 43 Euro
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 10:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Deutsche Bank und Kepler Cheuvreux haben gestern ihre Kursziele für Porsche SE gesenkt. Auslöser waren die Halbjahreszahlen der Holding, die einen Nettoverlust von 2,2 Milliarden Euro ausweisen. Deutsche Bank Research reduzierte ihr Kursziel von 45 auf 43 Euro, bestätigte aber die Kaufempfehlung.
Kepler Cheuvreux ging deutlicher zurück: von 33 auf 31 Euro, verbunden mit einer Herabstufung auf "Hold". Beide Häuser reagierten damit unmittelbar auf die am Freitag veröffentlichten Konzernzahlen.
Wertberichtigung auf VW-Beteiligung reißt tiefes Loch in die Bilanz
Das Ausmaß der Belastung zeigt sich in der IFRS-Rechnung: Porsche SE weist für das erste Halbjahr ein Konzernergebnis nach Steuern von minus 2.218 Millionen Euro aus, nach einem Gewinn von 338 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Verantwortlich dafür sind Wertberichtigungen auf die VW-Beteiligung in Höhe von 3.000 Millionen Euro sowie eine weitere Abschreibung von 200 Millionen Euro auf den Anteil an der Porsche AG. Das um Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis fiel mit 949 Millionen Euro deutlich moderater aus, lag aber ebenfalls unter dem Vorjahreswert von 1.100 Millionen Euro – ein Rückgang um 13,7 Prozent.
Auf der Verschuldungsseite zeigt sich dagegen Stabilität: Die Konzern-Nettoverschuldung sank leicht von 5.100 Millionen Euro zum Jahresende 2025 auf 5.000 Millionen Euro. Gestützt wurde die Liquidität durch Dividendenzahlungen von 600 Millionen Euro aus der VW-Beteiligung und 100 Millionen Euro von der Porsche AG.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte die Holding ihre Prognose: Das bereinigte Konzernergebnis soll zwischen 1.500 und 3.500 Millionen Euro liegen, die Nettoverschuldung zum Jahresende zwischen 4.700 und 5.200 Millionen Euro.
Pötsch fordert von VW "keine Denkverbote"
Parallel zu den Zahlen positionierte sich Porsche SE deutlich zur Lage beim Kernbeteiligungsunternehmen Volkswagen. Vorstandsvorsitzender Hans Dieter Pötsch bezeichnete VW als an einem "historischen Wendepunkt" stehend und forderte die rasche Umsetzung von Sparmaßnahmen – von Kapazitätsabbau über Kostenreduktion bis zu strukturellen Verbesserungen.
Verzögerungen würden die Probleme nur verschärfen, warnte Pötsch. Als Mehrheitsstammaktionär mit 53,3 Prozent der Stimmrechte und 31,9 Prozent der Anteile stellte sich Porsche SE hinter die Restrukturierungsvorschläge des VW-Vorstands. "Es darf keine Denkverbote geben", so Pötsch. Finanzvorstand Johannes Lattwein unterstrich die Notwendigkeit von Kapazitätsabbau und Kostensenkungen bei der Kernmarke.
Konkret geworden waren die Sparpläne bereits Ende Juli bei der Porsche AG selbst: Der Sportwagenhersteller beschloss den Abbau von 5.000 Stellen bis 2035 in der Region Stuttgart, betroffen sind das Stammwerk Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum Weissach. Im Gegenzug wurde die Standortsicherung bis 2035 verlängert, betriebsbedingte Kündigungen schloss das Unternehmen aus.
Portfolio-Geschäft liefert Lichtblick
Abseits der Kernbeteiligungen entwickelte sich das Portfolio-Segment der Holding positiv. Das Ergebnis nach Steuern aus den Minderheitsbeteiligungen stieg von 29 Millionen Euro im Vorjahr auf 148 Millionen Euro.
Porsche SE investierte weiter in Quantum Motion, Quantum Systems und Waabi, eine Neubewertung von Quantum Systems nach einer Finanzierungsrunde trug allein 111 Millionen Euro zum Ergebnis bei.
Der Verkauf der Beteiligung an Celestial AI im ersten Quartal brachte einen Erlös von 60 Millionen Euro plus eine erfolgsabhängige Komponente. Der Buchwert des Portfolios liegt inzwischen bei über 630 Millionen Euro.
Kurs verharrt nahe Jahrestief
An der Börse hinterlässt die Gemengelage aus VW-Abschreibung und Analystenskepsis Spuren. Die Aktie notiert aktuell bei 28,58 Euro und gibt am heutigen Dienstag um 0,49 Prozent nach. Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von 28,14 Prozent zu Buche.
Der Kurs bewegt sich mit einem Abstand von 1,08 Prozent knapp unter seinem 50-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen dafür, dass sich die kurzfristige Erholung der vergangenen Wochen zuletzt wieder abgeschwächt hat.
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