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Poste Italiane: Kontrolle über Telecom Italia gesichert

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Poste Italiane hält nach der ersten Angebotsphase 66,627 Prozent an Telecom Italia. Eine weitere Annahmefrist startet vom 21. bis 25. September.

Modernes Postbüro-Interieur mit Schaltern, Regalen und wartenden Kunden in Warteschlange
Poste Italiane S.p.A. (IT0003796171) zeigt hier ein modernes Postbüro mit wartenden Kunden am Schalter Illustration mit AI erstellt.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der ersten Annahmephase hat sich Poste Italiane die Kontrolle über Telecom Italia gesichert. Nach Auszählung der Ergebnisse hält der Konzern künftig 66,627 Prozent des Kapitals des italienischen Telekommunikationsunternehmens.

Das Angebot wurde damit vollständig wirksam, nachdem zuvor eine formelle Mindestannahmeschwelle von 66,67 Prozent der Stimmrechte gestrichen und das Gebot auf ein Gesamtvolumen von 11,35 Milliarden Euro angehoben worden war.

An der Börse reagierten die Anleger positiv auf das Überschreiten der Kontrollschwelle. Im heutigen Handel legte die Aktie von Poste Italiane um 3,5 Prozent auf 27,07 Euro zu.

Zweidrittelmehrheit durch hohe Andienungsquote

Dem Angebot wurden 993.596.322 TIM-Aktien angedient, was 46,523 Prozent des gesamten Kapitals von Telecom Italia entspricht. Da Poste Italiane bereits vor der Offerte einen Anteil von 20,104 Prozent (429.363.990 Papiere) besaß, beläuft sich der Gesamtbestand künftig auf 1.422.960.312 Aktien.

Die Gegenleistung besteht aus einer Mischung aus Barmitteln und Anteilen. Die Aktionäre von Telecom Italia erhalten je angedienter Aktie 1,97 Euro sowie 0,218 neue Anteile von Poste Italiane.

Zur Abwicklung der Transaktion emittiert der Post- und Finanzkonzern 216.603.998 neue eigene Papiere, was einem Anteil von 14,225 Prozent am eigenen Kapital entspricht. Die Auszahlung der Gegenleistung für die erste Annahmephase ist für den morgigen Freitag terminiert.

Strategische Neuordnung und Nachfrist

Sowohl Poste-CEO Matteo Del Fante als auch Generaldirektor Giuseppe Lasco äußerten sich zufrieden mit dem Erreichen der Zielmarke. Auch TIM-CEO Pietro Labriola begrüßte den Zusammenschluss in einer Mitteilung an die Mitarbeiter und verwies auf operative Schnittmengen. Beide Konzerne ergänzen sich nach Unternehmensangaben vor allem in den Bereichen Cloud, Cybersecurity, künstliche Intelligenz und digitale Dienstleistungen.

Für verbliebene Aktionäre öffnet sich in Kürze ein weiteres Zeitfenster: Gemäß den Regularien wird die Annahmefrist vom 21. bis zum 25. September erneut aufgenommen. Die Zahlung für diese zweite Runde soll am 2. Oktober erfolgen. Gelingt es Poste Italiane, den Anteil über die Schwelle von 90 Prozent zu heben, greift die Verpflichtung zum Erwerb der verbleibenden Restaktien, was letztlich zum Börsenrückzug von Telecom Italia führen könnte.

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