Redcare Pharmacy Aktie: Analysten uneins zwischen Kaufen und Halten
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 06:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deBei Redcare Pharmacy führen dieselben Geschäftszahlen zu unterschiedlichen Anlageurteilen. Die Analystenempfehlungen vom 29. Oktober reichen von Kaufen bis Halten.
Dahinter steht ein Spannungsfeld: Die Profitabilität hat sich verbessert, während das Management für Oktober ein schwächeres Wachstum im Geschäft mit nicht verschreibungspflichtigen Produkten erwartete. Für Anleger kommt es deshalb darauf an, Ergebnisfortschritte und kurzfristige Wachstumsrisiken getrennt zu bewerten.
Unterschiedliche Urteile nach den Quartalszahlen
Jefferies bestätigte am 29. Oktober die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 97,00 Euro. UBS hielt am selben Tag an der Halteempfehlung und dem Kursziel von 74,00 Euro fest. Eine weitere Kaufempfehlung sah den Zielwert bei 102,00 Euro.
Die Spanne zeigt, dass es unter den genannten Analysten keinen einheitlichen Bewertungsmaßstab gibt. Aus den Empfehlungen allein lässt sich allerdings nicht ableiten, welche Erwartungen an Wachstum oder Profitabilität jeweils dahinterstehen. Eine Kaufempfehlung ist zudem keine Zusage, dass der angegebene Zielkurs erreicht wird.
Operativ liefern die bereits veröffentlichten Quartalszahlen Argumente für die zuversichtlichere Sicht. Im dritten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 18 Prozent auf 847 Millionen Euro.
Noch stärker entwickelte sich das bereinigte operative Ergebnis. Das spricht für Fortschritte bei der Ertragskraft und nicht lediglich für ein größeres Geschäftsvolumen.
Das bereinigte EBITDA legte um 68 Prozent auf 29 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge erreichte 3,4 Prozent. Zugleich schrieb Redcare Pharmacy beim Nettoergebnis das zweite Quartal in Folge schwarze Zahlen.
Jahresziele und Saisonverlauf zusammen betrachten
Die Einschränkung betrifft das kurzfristige Wachstum außerhalb des Rezeptgeschäfts. Nach der Managementaussage vom 29. Oktober dürfte der Oktober hier weniger als 10 Prozent Wachstum gebracht haben. Als Grund nannte das Unternehmen den langsamen Anlauf des Geschäfts mit Husten- und Erkältungsprodukten.
Diese Erwartung ist weder ein gemeldetes Oktoberergebnis noch eine Senkung der Jahresprognose. Sie mahnt aber dazu, die bestätigten Ziele nicht mit bereits erreichten Ergebnissen gleichzusetzen.
Für 2026 erwartet Redcare Pharmacy weiterhin ein Umsatzwachstum von 16 bis 18 Prozent. Bei nicht verschreibungspflichtigen Produkten lautet die Prognose auf 10 bis 12 Prozent.
Das Rezeptgeschäft in Deutschland besitzt daneben einen eigenen Zielkorridor. Die Jahresplanung hängt damit nicht allein vom Verlauf der Erkältungssaison ab.
Für den deutschen Rezeptumsatz nennt Redcare Pharmacy 730 bis 760 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge soll im Gesamtjahr 2,5 bis 3,0 Prozent erreichen.
Der nächste angekündigte Prüfpunkt ist die Umsatzmitteilung zum Gesamtjahr 2026 am 11. Januar 2027. Sie wird zeigen, wie sich der schwächere Saisonauftakt in die Jahresentwicklung eingeordnet hat. Bis dahin bleibt die entscheidende Unterscheidung: Die Ergebnisverbesserung ist berichtet, die Jahresziele müssen noch eingelöst werden.
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