Rekordumsatz, Coherent

Rekordumsatz bei Coherent durch massive KI-Nachfrage

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Coherent meldet Rekordzahlen dank KI-Infrastruktur-Nachfrage. Trotz starker Prognose und NVIDIA-Deal fällt die Aktie leicht.

Coherent übertrifft Erwartungen: KI-Boom treibt Rekordumsatz im Q4
Abstrakte Darstellung moderner Hochtechnologie und Glasfaserinfrastruktur in einem Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Coherent hat zum Abschluss seines Geschäftsjahres 2026 Rekordergebnisse vorgelegt und dabei die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Getrieben durch die ungebrochene Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) stieg der Quartalsumsatz auf 2,05 Milliarden US-Dollar. Trotz dieser starken Zahlen und einer optimistischen Prognose für die kommenden Monate reagierten Anleger am gestrigen Freitag verhalten.

Datacenter-Sparte befeuert das Wachstum

Mit dem Sprung auf 2,05 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal übertraf das Unternehmen die Konsensschätzungen, die im Vorfeld bei etwa 1,98 Milliarden US-Dollar gelegen hatten. Dies entspricht einem Zuwachs von 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment Datacenter & Communications, das mittlerweile 79 Prozent des gesamten Quartalsumsatzes erwirtschaftet und im Jahresvergleich um 59 Prozent zulegte.

Der bereinigte Gewinn pro Aktie (Non-GAAP EPS) kletterte im gleichen Zeitraum auf 1,74 US-Dollar, was einem Anstieg von 74 Prozent entspricht. Auf das gesamte Geschäftsjahr 2026 gesehen, erzielte Coherent einen Umsatz von 7,12 Milliarden US-Dollar und ein Ergebnis je Aktie von 5,61 US-Dollar.

Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2027 gab das Management eine Umsatzprognose zwischen 2,2 und 2,4 Milliarden US-Dollar aus, wobei das EPS in einer Spanne von 1,85 bis 2,05 US-Dollar erwartet wird.

Kapazitätserweiterung für optische Netzwerke

Um den hohen Bedarf an optischen Modulen für die Vernetzung von KI-Rechenzentren zu decken, hat Coherent seine Produktionskapazitäten für 6-Zoll-Indiumphosphid (InP) massiv ausgebaut.

Wie das Unternehmen heute in einer Telefonkonferenz mitteilte, wurde die Kapazität bereits ein Quartal früher als geplant verdoppelt. Bis zum Ende des Kalenderjahres 2027 ist eine weitere Verdopplung vorgesehen. Die Laserproduktion wurde im Vergleich zum Vorjahr bereits um 80 Prozent gesteigert.

Diese Komponenten finden vor allem in modernen 800G- und 1,6T-Transceivern Verwendung. Das Unternehmen verfolgt dabei eine Strategie der vertikalen Integration: Die produzierten InP-Laser werden derzeit nicht an externe Kunden verkauft, sondern ausschließlich in den eigenen Modulen verbaut, um die Marktführerschaft bei Hochgeschwindigkeits-Datenverbindungen zu sichern. Das Management strebt an, bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027 einen Quartalsumsatz von mehr als 3 Milliarden US-Dollar zu erreichen.

NVIDIA-Vertrag und Marktreaktion

Neben den operativen Erfolgen lieferte der am Freitag veröffentlichte Geschäftsbericht weitere strategische Details. So bestätigte Coherent einen mehrjährigen Liefervertrag mit NVIDIA. Zudem wurde ein Förderbescheid über 50 Millionen US-Dollar im Rahmen des US-amerikanischen CHIPS Act für den Standort Sherman in Texas bekannt. Dennoch schloss die Aktie am Freitag mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 282,60 Euro.

Marktbeobachter wie Jim Cramer werteten die Kursreaktion als klassisches „Sell-the-News“-Ereignis. Nach einem starken Lauf, bei dem das Papier seit Jahresbeginn um 74 Prozent zulegte, nahmen einige Investoren Gewinne mit. Der Kurs notiert damit aktuell etwa 27 Prozent unter seinem im Juni 2026 erreichten 52-Wochen-Hoch.

Analysten der Bank Nomura verwiesen in diesem Zusammenhang auf die starke Marktstellung bei optischen Komponenten, mahnten jedoch auch die hohe Verschuldung und die Konzentration auf wenige Großkunden als Risikofaktoren an.

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de | US19247G1076 | REKORDUMSATZ | boerse | 69953415 |