Renault, Aktie

Renault Aktie: Elektro trÀgt Quartal

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 08:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehr Elektroauto-VerkÀufe und höhere Finanzierungserlöse glichen schwÀchere FahrzeugabsÀtze aus; Renault hÀlt an den Jahreszielen fest.
Renault, Aktie, Elektro, Elektroauto-VerkÀufe, Finanzierungserlöse, FahrzeugabsÀtze, Jahreszielen Illustration mit AI erstellt.

Renault hat im dritten Quartal die Erwartungen ĂŒbertroffen, obwohl die AutoverkĂ€ufe deutlich zurĂŒckgingen. Der Umsatz stieg um 1,5 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro, Analysten hatten mit einem leichten Minus gerechnet. Dahinter steckt eine Mischung aus starker Elektro-Nachfrage und einem wachsenden FinanzierungsgeschĂ€ft.

AutogeschÀft stagniert

Im KerngeschĂ€ft Auto blieben die Erlöse nahezu unverĂ€ndert bei rund 9,8 Milliarden Euro. Den Zuwachs lieferte die Finanzierungssparte Mobilize Financial Services, deren Umsatz um 11 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro kletterte. Höhere Zinsen und ein grĂ¶ĂŸerer Bestand an laufenden VertrĂ€gen stĂŒtzten das GeschĂ€ft.

Die Verkaufszahlen zeigen das Problem. Der Konzern setzte 6 Prozent weniger Fahrzeuge ab, nÀmlich 497.799. Die Marke Renault verlor 2,9 Prozent, Dacia sogar 12,8 Prozent, teils wegen einer hohen Vergleichsbasis im Vorjahr. Alpine legte dagegen um 58,4 Prozent zu, allerdings von niedrigem Niveau aus.

Als GrĂŒnde nennt das Unternehmen scharfen Wettbewerb in Europa und Lateinamerika sowie schwache MĂ€rkte wie die TĂŒrkei, Argentinien und SĂŒdkorea. In der TĂŒrkei brachen die KonzernverkĂ€ufe um 18 Prozent ein.

Elektroautos als Lichtblick

Die Elektrosparte wĂ€chst krĂ€ftig. In Europa stiegen die VerkĂ€ufe von E-Autos um 84,7 Prozent, ihr Anteil an den Pkw-VerkĂ€ufen liegt nun bei 25,8 Prozent. Rechnet man Voll- und Plug-in-Hybride ein, kommen elektrifizierte Modelle auf 54,9 Prozent. Renault lenkte zudem mehr Autos an Privatkunden, deren Anteil in Europa auf fast zwei Drittel stieg. Das GeschĂ€ft mit Autovermietern ging deutlich zurĂŒck.

Finanzchef Duncan Minto verwies auf den wachsenden Druck chinesischer Hersteller. Selbst die GĂŒnstigmarke Dacia spĂŒrt ihn, seit sie in das Mittelklasse-Segment vorgestoßen ist. Dort herrsche laut Minto spĂŒrbarer Druck chinesischer Marken in Europa.

Prognose bleibt, Kurs unter Druck

Die Jahresziele hĂ€lt der Konzern aufrecht: eine operative Marge von rund 5,5 Prozent des Umsatzes und ein freier Cashflow im AutogeschĂ€ft von etwa einer Milliarde Euro. Im zweiten Halbjahr soll die Marge leicht ĂŒber dem ersten liegen. Der ĂŒbliche saisonale Anstieg fĂ€llt allerdings schwĂ€cher aus, weil Rohstoffkosten und Inflation belasten.

Das Umsatzwachstum hat sich gegenĂŒber dem ersten Halbjahr abgeschwĂ€cht. In den ersten neun Monaten steht noch ein Plus von 7,1 Prozent zu Buche. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 26 Prozent im Minus und auf dem tiefsten Stand seit mehr als vier Jahren.

Konzernchef Francois Provost steht damit unter Druck, die WiderstandsfÀhigkeit des kleinsten europÀischen Traditionsherstellers zu belegen. Gewinnzahlen liefert Renault zum dritten Quartal traditionell nicht, die nÀchste Ergebnisveröffentlichung bringt erst die Bilanz zum Gesamtjahr.

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