Renk Group Aktie: Umbau mit Preisschild
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 16:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deRenk hat einen Käufer für sein Gleitlagergeschäft gefunden und rückt damit seinem Ziel näher, ein reiner Rüstungskonzern zu werden. Die Sparte geht an den österreichischen Konzern Miba. An der Börse kam der Schritt dennoch nicht gut an.
Kaufpreis im dreistelligen Millionenbereich
Der Kaufpreis liegt laut Unternehmen im unteren bis mittleren dreistelligen Millionenbereich. Das Gleitlagergeschäft zählt ab dem vierten Quartal nicht mehr zum Kerngeschäft. Renk passt deshalb die Prognose für das laufende Jahr an.
Der Umsatz im fortgeführten Geschäft soll nun bei rund 1,4 Milliarden Euro liegen, zuvor hatte der Konzern mehr als 1,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Das bereinigte Ebit soll 240 bis 255 Millionen Euro erreichen. Bislang hatte Renk das obere Ende einer Spanne von 255 bis 285 Millionen Euro angepeilt.
Börsianer werten das als leichte Senkung der operativen Gewinnerwartungen. Die Aktie gab im frühen Handel bis zu drei Prozent nach, zuletzt lag das Minus bei 1,6 Prozent bei 36,67 Euro.
Analyst sieht Einstiegschance
Barclays-Analyst Afonso Osorio hält die leicht sinkenden Schätzungen für vernachlässigbar. Er hebt stattdessen das klarere Portfolio hervor und sieht auf dem aktuellen Bewertungsniveau eine attraktive Einstiegschance.
Renk betont, der Verkauf habe keine Auswirkungen auf das zivile Geschäft in der Division Marine & Industry. Dieses sei produktionsseitig eng mit dem Defense-Bereich verzahnt. Zudem biete es Wachstumsperspektiven bei Stromerzeugung und Infrastruktur.
Rüstungsfokus bis 2030
Der Konzern hatte vor einem Jahr angekündigt, sich auf Verteidigung zu konzentrieren. Bis 2030 sollen 90 Prozent des Erlöses aus diesem Bereich stammen. Größter Anteilseigner ist mit rund zehn Prozent der Panzerbauer KNDS, der unter anderem den Leopard 2 fertigt.
Die Aktie steht seit dem Rekordhoch von etwas mehr als 90 Euro im Herbst 2025 unter Druck. Im Zuge einer allgemeinen Schwäche der Rüstungswerte fiel sie zwischenzeitlich bis auf rund 34 Euro. Der Börsenwert beträgt derzeit etwa 3,7 Milliarden Euro. Der Verkauf an Miba ist ein weiterer Baustein auf dem Weg zum Ziel für 2030.
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