Rheinmetall, Aktie

Rheinmetall Aktie: Bundestag stimmt über Arminius ab

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 06:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein neuer Geschossauftrag ergänzt den Auftragsbestand, während die Aktie unter dem Jahresanfangsniveau notiert und ein Parlamentsvotum aussteht.

Generischer gepanzerter Radpanzer im Dämmerlicht auf staubigem Truppenübungsplatz, Seitenansicht
Rheinmetall AG (DE0007030009) zeigt einen gepanzerten Radpanzer im Dämmerlicht auf einem staubigen Truppenübungsplatz Illustration mit AI erstellt.

Großaufträge im Munitionsgeschäft treffen bei Rheinmetall auf die Nachwirkungen einer reduzierten Jahresprognose. Das Rüstungsunternehmen sicherte sich am 18. September eine weitere Bestellung über 155-mm-Artilleriemunition von einem internationalen Kunden.

Der Vertrag umfasst eine fünfstellige Stückzahl an Geschossen und bewegt sich im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Auslieferung ist bis Ende 2027 vorgesehen. Bereits Mitte des Monats hatte der Konzern einen Großauftrag für Artilleriemunition gemeldet.

Belastungen durch Cashflow und Ausblick

Die operativen Neuaufträge stehen im Kontrast zu den gedämpften Erwartungen für das Gesamtjahr.

Am Aktienmarkt spiegeln sich diese Belastungsfaktoren wider. Zum Handelsschluss am vergangenen Freitag notierte das Papier bei 986,60 Euro. Seit dem Jahresanfang verzeichnet der Titel damit einen Rückgang von 36 Prozent. Mit diesem Kursniveau liegt die Aktie zudem 27 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.

Polster durch hohen Auftragsbestand

Trotz der jüngsten Prognoseanpassung arbeitet der Konzern auf einem hohen operativen Niveau. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 69 Prozent auf 3,289 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis verbesserte sich zeitgleich um 115 Prozent auf 562 Millionen Euro, was einer operativen Marge von 17,1 Prozent entsprach.

Der gesamte Auftragsbestand summierte sich zum Quartalsende auf über 80 Milliarden Euro. Zu den langfristigen Vorhaben zählt unter anderem ein Vertrag mit Rumänien über 5,7 Milliarden Euro für Gefechtsfahrzeuge, Munition und Flugabwehrsysteme, dessen Auslieferungsphase für die Jahre 2028 bis 2030 terminiert ist.

Parallel dazu stärkte das Management das Engagement im eigenen Haus: Vorstandschef Armin Papperger und weitere Vorstandsmitglieder erwarben über 15 Transaktionen Anteile im Gesamtvolumen von rund 17,4 Millionen Euro.

Weichenstellung im Dezember

Ein wesentlicher Termin für die künftige Auslastung steht zum Jahresende an. Am 9. Dezember soll der Deutsche Bundestag über das Arminius-Programm für Boxer-Radpanzer beraten.

Rheinmetall rechnet aus diesem Beschaffungspaket mit einem Fahrzeugvolumen von rund 12,4 Milliarden Euro sowie einem Servicevertrag über etwa zwei Milliarden Euro. Eine verbindliche Unterzeichnung des Kontrakts wird wenige Tage nach einem positiven Votum des Parlaments angestrebt.

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