Rheinmetall, Aktie

Rheinmetall Aktie: Ghost-Bat-Integration bis 2029

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 23:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rheinmetall integriert bis 2029 die Boeing-Drohne MQ-28 Ghost Bat für die Bundeswehr. Das Konsortium mit Partnern stärkt die Unabhängigkeit bei unbemannten Kampfsystemen.

Rheinmetall steigt mit Boeing-Kampfdrohne in neue Luftkriegsdomäne ein
Abstrakte Darstellung moderner Luft- und Verteidigungstechnologie mit futuristischen Drohnenelementen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rheinmetall erweitert sein Portfolio im Bereich unbemannter Kampfsysteme. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern richtet in Deutschland eine eigenständige Systemintegration für die Kampfdrohne MQ-28 Ghost Bat von Boeing ein, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Damit rückt Rheinmetall tiefer in ein Zukunftsfeld der Luftkriegsführung vor, das über klassische Landsysteme hinausgeht.

Konsortium mit deutschen Schwergewichten

Für das Vorhaben hat sich Rheinmetall mit Rohde & Schwarz, Diehl Defence und HENSOLDT zusammengeschlossen. Ziel ist der Aufbau souveräner Fähigkeiten für sogenannte Collaborative Combat Aircraft (CCA) – unbemannte Begleitflugzeuge, die gemeinsam mit bemannten Kampfjets operieren.

Bis 2029 sollen deutsche Sensoren, Waffensysteme und Missionssoftware in die Ghost-Bat-Plattform integriert werden, heißt es von Unternehmensseite. Für die deutsche Luftwaffe wäre dies ein Schritt zu einer eigenständigen Kampfdrohnen-Kapazität, die nicht vollständig von US-Zulieferern abhängt.

Die Partnerschaft fügt sich in eine Reihe jüngster Auftragsgewinne ein, die Rheinmetall zuletzt eingefahren hat – von Flugabwehrsystemen bis zu Digitalisierungsprojekten für die Bundeswehr. Der Auftragsbestand des Konzerns hatte zum Ende des zweiten Quartals bereits die Marke von 80 Milliarden Euro überschritten, wie Rheinmetall am Donnerstag vergangener Woche mitteilte. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Wert noch bei 56 Milliarden Euro.

Zahlen liefern Rückenwind für die Strategie

Der Vorstoß bei Kampfdrohnen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Rheinmetall operativ deutlich zulegt. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 69 Prozent auf 3,289 Milliarden Euro, das operative Ergebnis kletterte um 115 Prozent auf 562 Millionen Euro. Die operative Marge verbesserte sich auf 17,1 Prozent von zuvor 13,4 Prozent.

Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit einem Umsatz zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro, nachdem zuvor bis zu 14,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden waren – eine leichte Kürzung der Erwartungen bei gleichzeitig steigender Profitabilität.

Diese finanzielle Basis dürfte dem Konzern den nötigen Spielraum geben, um kostenintensive Zukunftsprojekte wie die Ghost-Bat-Integration parallel zum laufenden Geschäft zu stemmen.

Der operative Free Cashflow im ersten Halbjahr fiel mit minus 1,66 Milliarden Euro deutlich negativ aus, belastet durch verschobene Anzahlungen, offene Kundenforderungen und einen Aufbau der Vorräte – ein Effekt, den Analysten im Rüstungssektor angesichts der Auftragsdynamik derzeit als Wachstumsschmerz einordnen.

Kursreaktion bleibt verhalten trotz operativer Fortschritte

An der Börse zeigt sich das Papier zuletzt widerstandsfähig: Am heutigen Mittwoch notiert die Aktie bei 1.171,40 Euro und legt um 2,4 Prozent zu. Auf Monatssicht steht dennoch ein Rückgang von 3,2 Prozent binnen sieben Tagen zu Buche, während sich der Kurs über 30 Tage um 19 Prozent erholt hat.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.007 Euro, erreicht im Oktober vergangenen Jahres, bleibt die Aktie mit einem Abstand von 42 Prozent weit entfernt – ein Zeichen dafür, dass die Bewertungskorrektur seit dem Frühjahr trotz starker operativer Zahlen noch nicht vollständig aufgeholt ist.

Die Kooperation mit Boeing zeigt, dass Rheinmetall sein Wachstum nicht allein auf klassische Landsysteme und Munition stützt, sondern gezielt in neue Technologiefelder investiert. Ob sich daraus mittelfristig konkrete Auftragsvolumina ergeben, dürfte sich erst zeigen, wenn das Konsortium erste Entwicklungsmeilensteine auf dem Weg zu 2029 erreicht.

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