Rigetti, Aktie

Rigetti Aktie: 8,4-Millionen-Dollar-Auftrag von C-DAC

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 14:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rigetti meldet mehr Umsatz und einen Großauftrag, verzeichnet aber höhere Verluste. Eine neue Führungsstruktur soll die Umsetzung beschleunigen.

Rigetti Computing ordnet Führung neu und erhält Quantencomputer-Auftrag
Abstrakte Darstellung eines Quantencomputer-Prozessors in einem hochmodernen Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt.

Mit dem wirksamen Ausscheiden des Board-Mitglieds Ray Johnson am Freitag hat Rigetti Computing eine Phase intensiver personeller und struktureller Veränderungen vorerst abgeschlossen.

Das Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Quantencomputern spezialisiert hat, befindet sich in einer entscheidenden Phase des Übergangs von der reinen Forschung hin zu einer skalierbaren, kundenorientierten Organisation. Ziel der neuen Struktur ist es, die Bereitstellung von On-Premise-Systemen zu beschleunigen und gleichzeitig die Entwicklung neuer Prozessorgenerationen voranzutreiben.

Personelle und strukturelle Weichenstellungen

Kern des Umbaus, der vor rund zwei Wochen eingeleitet wurde, ist die Schaffung einer dedizierten Systems-Delivery-Organisation. Diese Einheit übernimmt künftig die Verantwortung für den Fertigungsbetrieb, die kommerziellen Funktionen sowie das kundennahe Engineering.

Flankiert wird diese Maßnahme durch eine Neubesetzung der Führungsebene: David Rivas, der zuvor als Chief Technology Officer (CTO) fungierte, übernahm die neu geschaffene Rolle des Chief Operating Officer (COO). Sein Nachfolger als CTO ist Andrew Bestwick, der die Bereiche Prozessorarchitektur, Chipentwicklung und Hardware-Engineering in seinem Ressort bündelt.

Diese Umstrukturierung soll sicherstellen, dass technische Innovationen schneller in marktreife Produkte überführt werden können. Die Konsolidierung der technischen Entwicklung unter einer Leitung dient laut Unternehmensangaben dazu, die Ressourcen effizienter auf den Fortschritt der Quantenprozessoren zu fokussieren, während die operative Umsetzung durch die neue COO-Position gestärkt wird.

Auftragsplus und staatliche Fördergelder

Trotz der laufenden Reorganisation konnte das Unternehmen zuletzt operative Erfolge vermelden. Für die weitere Entwicklung ist insbesondere eine Absichtserklärung des US-Handelsministeriums von Bedeutung, die eine Unterstützung von bis zu 100 Millionen US-Dollar für die Forschung und Entwicklung im Quantenbereich vorsieht.

Parallel dazu konnte Rigetti einen internationalen Auftrag sichern: Das indische Centre for Development of Advanced Computing (C-DAC) bestellte ein On-Premise-System mit 108 Qubits im Wert von 8,4 Millionen US-Dollar. Die Erlöse aus diesem Projekt sollen Medienberichten zufolge im vierten Quartal 2026 verbucht werden, sobald die Installation und die Abnahmetests abgeschlossen sind.

Die Bilanz für das zweite Quartal 2026 verdeutlicht jedoch auch die finanziellen Herausforderungen der Branche. Zwar stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich von 1,80 Millionen auf 5,14 Millionen US-Dollar, doch weitete sich gleichzeitig der Nettoverlust von 39,65 Millionen auf 52,61 Millionen US-Dollar aus.

Finanzielle Reichweite und Marktlage

Um diese Wachstumsphase und die hohen Entwicklungskosten zu finanzieren, verfügt das Unternehmen über eine beachtliche Liquidität. Zum Ende des zweiten Quartals beliefen sich die Bestände an liquiden Mitteln und kurzfristigen Anlagen auf insgesamt 541,3 Millionen US-Dollar. Diese Kapitalbasis verschafft Rigetti den nötigen Spielraum, um die laufenden Projekte ohne unmittelbaren Finanzierungsdruck voranzutreiben.

An der Börse spiegeln sich die operativen Fortschritte bisher noch nicht in einer nachhaltigen Erholung wider. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Minus von 33 %. Mit einem aktuellen Kurs von 12,78 € notiert die Aktie zudem etwa 75 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 50,30 €, das im Oktober des vergangenen Jahres erreicht worden war.

Anleger beobachten nun, ob die neue operative Struktur tatsächlich zu einer effizienteren Projektabwicklung führt und die ambitionierten Umsatzziele für das Jahresende erreicht werden können.

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