Roche Aktie: Krascendo-1-Studie senkt Todesrisiko
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 15:13 Uhr | Redaktion boerse-global.deRoche hat gestern neue Phase-III-Ergebnisse zu Divarasib gemeldet: Gegenüber Sotorasib oder Adagrasib sank das Risiko für Krankheitsprogression oder Tod um 42 %, das Sterberisiko um 44 %. Für Anleger stärken die Daten die Bedeutung der Medikamentenentwicklung. Im bestehenden Geschäft zeigt dagegen Xolair, wie günstigere Konkurrenzprodukte das Wachstum belasten können.
Divarasib liefert direkte Vergleichsdaten
Nach Angaben von Roche erreichte das mediane Gesamtüberleben in der Studie Krascendo 1 rund 18 Monate gegenüber 12 Monaten unter den Vergleichstherapien. Die Ergebnisse liefern damit neben dem kombinierten Endpunkt aus Krankheitsprogression oder Tod auch einen Befund zum Gesamtüberleben.
Entscheidend ist der direkte Vergleich mit Sotorasib oder Adagrasib. Die Aussage beschränkt sich dadurch nicht auf einen Behandlungseffekt gegenüber Placebo. Für die Einordnung des Kandidaten stehen Ergebnisse gegenüber anderen Wirkstoffen zur Verfügung. Ein Studienerfolg ist allerdings nicht mit einer Zulassung oder bereits erzielten Umsätzen gleichzusetzen.
Roche hatte die Vorstellung neuer Daten zu Lungen-, Brust- und weiteren Krebsarten für den ESMO-Kongress angekündigt. Die Veranstaltung läuft vom 23. bis 27. Oktober in Madrid. Divarasib gehört dabei zu den angekündigten Schwerpunkten der späten Entwicklungspipeline.
Die neuen Ergebnisse geben der Onkologie zusätzliches Gewicht in der Bewertung von Roche. Sie stehen zugleich neben einem Geschäftsverlauf, bei dem Wachstum und Wettbewerbsdruck parallel sichtbar werden.
Xolair zeigt die kommerzielle Gegenprobe
Am Donnerstag bestätigte Roche mit den Neunmonatszahlen den Ausblick. Die Konzernverkäufe erreichten CHF 46,5 Milliarden. Das entsprach einem Wachstum von 6 % zu konstanten Wechselkursen und 1 % in CHF.
Der Unterschied zwischen beiden Wachstumsraten verdeutlicht, weshalb Anleger die operative Entwicklung und die ausgewiesenen Erlöse getrennt betrachten müssen. Zudem verteilt sich der Geschäftsverlauf nicht gleichmäßig über die einzelnen Medikamente.
Bei Xolair war zuvor ein günstigeres Konkurrenzprodukt gestartet. Nach den Zahlen gab die Aktie laut Reuters im Morgenhandel nach.
Für Anleger stehen klinische Fortschritte damit einem Geschäft gegenüber, in dem Konkurrenz bereits präsent ist. Die Divarasib-Daten beantworten eine Entwicklungsfrage, beseitigen aber nicht den Wettbewerbsdruck bei bestehenden Produkten.
Giredestrant prägt auch das Analystenurteil
Am Freitag stufte die Deutsche Bank Roche von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch und erhöhte das Kursziel von CHF 340 auf CHF 500. Analyst Emmanuel Papadakis verwies vor allem auf Rückmeldungen zu Giredestrant aus einer Onkologie-Umfrage.
Die Bank nannte außerdem gesunkene kurzfristige Risiken bei Remibrutinib und Denecimig. Ihr positiveres Urteil stützt sich somit auf mehrere Entwicklungskandidaten. Die gestern veröffentlichten Divarasib-Ergebnisse folgten erst nach dieser Hochstufung und dürfen deshalb nicht als deren Auslöser gelten.
Roche selbst hält für 2026 an einem Konzernumsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich fest. Der Kerngewinn je Aktie soll im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen, jeweils zu konstanten Wechselkursen.
Für Anleger ergibt sich eine klare Trennung: Die Studienergebnisse stärken die Perspektiven der Entwicklungspipeline. Der bestätigte Ausblick bleibt dagegen der Maßstab für das laufende Geschäft – einschließlich des Wettbewerbsdrucks.
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