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Rocket Lab USA Aktie: 397-Millionen-Auftrag der Space Force

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 06:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rocket Lab meldet Rekordumsatz und vollen Auftragsbestand, verfehlt jedoch die Verlusterwartungen. Übernahmen von Mynaric und Motiv sind abgeschlossen.

Rocket Lab: Rekordumsatz und Milliardenaufträge, aber höherer Verlust
Abstrakte Darstellung moderner Luft- und Raumfahrttechnologie in einer industriellen Umgebung mit stimmungsvoller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rocket Lab hat am Montag Zahlen vorgelegt, die zwei Gesichter zeigen: Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal 2026 auf ein Rekordniveau, gleichzeitig fiel der Verlust höher aus als von Analysten erwartet. Das Raumfahrtunternehmen meldete 234,1 Millionen Dollar Umsatz, ein Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, sowie einen Rekord-Auftragsbestand von 2,36 Milliarden Dollar.

Für das dritte Quartal 2026 stellt das Management einen Umsatz zwischen 250 und 265 Millionen Dollar in Aussicht – erneut ein Rekordwert, sollte er eintreffen. Auf der Kostenseite überraschte Rocket Lab dagegen negativ.

Der GAAP-Nettoverlust belief sich auf 49,3 Millionen Dollar beziehungsweise 0,08 Dollar je Aktie und verfehlte damit die Konsensschätzung von einem Verlust von 0,06 Dollar je Aktie. Mitverantwortlich dafür waren laut Unternehmensangaben rund 8,6 Millionen Dollar an Transaktionskosten im Zusammenhang mit jüngsten Zukäufen – ein Hinweis auf die zweite große Nachricht des Tages.

Übernahmen abgeschlossen, neue Aufträge im Portfolio

Rocket Lab bestätigte am selben Tag den Abschluss der Übernahmen des Laserkommunikationsanbieters Mynaric und des Raumfahrzeugkomponentenherstellers Motiv. Parallel dazu stellte das Unternehmen „GHOST“ vor, ein containerbasiertes, weltweit verlegbares Startsystem für die Raketen Electron und HASTE; die ersten beiden Startplätze entstehen im Pacific Spaceport Complex im alaskischen Kodiak.

Die Übernahmen reihen sich in eine breitere Expansionsstrategie ein: Bereits Ende Juni hatte Rocket Lab eine Vereinbarung zur Übernahme von Iridium Communications für rund 8 Milliarden Dollar in bar und Aktien unterzeichnet, der Abschluss wird für Mitte 2027 erwartet.

Auch im Auftragsgeschäft war der Berichtstag ereignisreich. Kepler Communications wählte Rocket Lab für einen Flug der Neutron-Rakete, der frühestens 2028 vom Startkomplex 3 in Virginia abheben soll.

Die US-Raumfahrtstreitkräfte erteilten unterdessen einen Auftrag über 397 Millionen Dollar für eine Satellitenkonstellation aus sogenannten „Flatellite“-Flugkörpern, die Rocket Lab bauen, mit der Neutron-Rakete starten und anschließend betreiben soll.

Bereits in den Wochen zuvor hatte sich der Auftragsbestand weiter gefüllt: Ende Juli sicherte sich das Unternehmen von den Raumfahrtstreitkräften einen weiteren Kontrakt über 266 Millionen Dollar für ein Dutzend suborbitale Starts in Alaska, dazu kam ein Mehrfachstart-Deal mit dem Erdbeobachtungsbetreiber iQPS für drei zusätzliche Electron-Missionen. Anfang August absolvierte Rocket Lab zudem seinen 92. Electron-Flug – die achte Mission für die iQPS-Konstellation.

Kursreaktion und Analystenstimmen

Anleger reagierten verhalten auf den Zahlenmix: Die Aktie schloss am Montag bei 81,09 Dollar, ein Rückgang von 2,10 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit notiert der Titel rund 7,9 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen dafür, dass der Bericht kurzfristig Bremsspuren hinterlassen hat, auch wenn der Auftragsbestand langfristig für Rückenwind sorgt.

Zusätzlich sorgte eine Pflichtmitteilung für Gesprächsstoff: Laut Reuters verkaufte CEO Peter Beck zwischen dem 6. und 8. Juli im Rahmen eines vorab festgelegten Rule-10b5-1-Handelsplans 3.275.779 Aktien im Gesamtwert von rund 286,4 Millionen Dollar.

Auf der Analystenseite überwiegt trotz des Rücksetzers Zuversicht. Morgan Stanley bekräftigte am Freitag seine Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 105 Dollar. Bereits am 28. Juli hatte Citigroup ihre Einstufung „Market Outperform“ für die Aktie bestätigt. Der Analystenkonsens lautet derzeit auf „Moderate Buy“ bei einem durchschnittlichen Kursziel von 110,29 Dollar.

Für Anleger bleibt damit ein zweigeteiltes Bild: Rocket Lab wächst schneller als je zuvor und baut mit Übernahmen, neuen Startsystemen und Milliardenaufträgen der US-Raumfahrtstreitkräfte seine Position aus. Der höhere Verlust und die jüngste Kursschwäche zeigen zugleich, dass dieses Wachstum seinen Preis hat.

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