Rogers Aktie: Margen auf Fünfjahreshoch
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 23:11 Uhr | Redaktion boerse-global.deRogers hat im dritten Quartal mehr verdient als erwartet, und das mit einer Marge, die der Spezialwerkstoff-Hersteller zuletzt 2021 erreichte. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,39 Dollar, Analysten hatten mit 1,19 Dollar gerechnet. Die Aktie legte im regulären Handel gut 5 Prozent auf 134,12 Dollar zu und gewann nachbörslich weiter.
Gewinn schlägt Umsatz
Beim Umsatz lief es etwas weniger glatt. Die Erlöse stiegen um gut 9 Prozent auf 236,1 Millionen Dollar und verfehlten die Konsensschätzung von 238 Millionen Dollar knapp. Das Management führt die Lücke auf Lieferengpässe zurück, durch die einzelne Aufträge in spätere Quartale rutschten.
Die Profitabilität überzeugte dafür auf breiter Front. Der bereinigte EBITDA-Marge stieg um 300 Basispunkte auf 20,2 Prozent, das bereinigte EBITDA kletterte um 28 Prozent auf 47,7 Millionen Dollar. Treiber waren Volumen und Produktmix, zudem sanken die bereinigten Betriebskosten. Der Nettogewinn sprang auf 22,6 Millionen Dollar, nach 8,6 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.
Alle Endmärkte wuchsen. Die Sparte Elektronik und Kommunikation legte dank Infrastruktur für den Mobilfunk am stärksten zu, der Automobilbereich wuchs im hohen einstelligen Prozentbereich. Industrie und Luftfahrt trugen moderater bei.
Cash und mögliche Zukäufe
Der operative Cashflow betrug 41,4 Millionen Dollar, der freie Cashflow 35,4 Millionen Dollar. Liquidität und kurzfristige Anlagen stiegen auf 236,4 Millionen Dollar. Rückkäufe eigener Aktien flossen mit 9,3 Millionen Dollar ein und sollen opportunistisch bleiben.
Interessant ist der Blick auf Übernahmen. Konzernchef Ali El-Haj kündigte an, dass mindestens eine, womöglich zwei von mehreren geprüften Akquisitionen binnen etwa zwei Quartalen konkret werden könnten. Sie sollen strategisch passen und Fähigkeiten ergänzen, die Rogers bisher fehlen.
Ausblick: Saisonale Delle, Wachstum bleibt
Für das vierte Quartal peilt Rogers einen Umsatz zwischen 215 und 225 Millionen Dollar an. Das Mittel entspricht erneut rund 9 Prozent Wachstum, der Rückgang zum Vorquartal gilt als saisonal. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 0,90 und 1,10 Dollar liegen.
Für 2027 rechnet das Management mit organischem Wachstum von etwa 9 Prozent, deutlich über den 5 Prozent, die zuletzt auf dem Investorentag genannt wurden. Die Kundenaktivität nehme zu, so El-Haj, neue Aufträge kämen schneller als geplant. Zwei große Designgewinne sollen im zweiten und dritten Quartal 2027 Umsatz beisteuern, erste Rechenzentrumsprodukte in der zweiten Jahreshälfte 2027 starten.
Das Restrukturierungsprogramm über 45 Millionen Dollar ist abgeschlossen, rund 13 Millionen Dollar der Einsparungen wirken bis Jahresende voll. Die Analystenkursziele liegen laut Marktdaten zwischen 170 und 195 Dollar, deutlich über dem nachbörslichen Kurs von 138,12 Dollar.
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