Ryman Hospitality Aktie: Kapitalspritze für Orlando-Deal
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 13:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ryman Hospitality Properties greift tief in die Tasche – und braucht dafür frisches Kapital vom Markt. Die Hotel-REIT aus Nashville hat heute ein Aktienangebot über 5,1 Millionen neue Anteile gestartet, um einen der größten Resort-Deals der jüngeren US-Geschichte zu stemmen. Die Investmentbanken BofA Securities, J.P. Morgan, Morgan Stanley und Wells Fargo Securities begleiten die Platzierung als Bookrunner, ergänzt um ein Konsortium weiterer Häuser.
Der Hintergrund: Ryman kauft den Grande Lakes Orlando Resort-Komplex von Trinity Investments für 1,38 Milliarden Dollar. Es handelt sich laut Verkäufer um die größte Non-Gaming-Resort-Transaktion, die in den USA je verzeichnet wurde. Trinity hatte das Anwesen 2018 für 870 Millionen Dollar erworben, mit Rückhalt des Investors Elliott Investment Management, und in den Folgejahren umfassend saniert.
Zwei Luxusmarken auf einen Schlag
Das Paket umfasst ein 1.010-Zimmer-JW-Marriott und ein 582-Zimmer-Ritz-Carlton auf einem 409 Hektar großen Areal, dazu ein von Greg Norman entworfener Golfplatz, der bereits die PGA-Tour-Veranstaltung PNC Championship beherbergt. Beide Häuser bleiben unter dem Betrieb von Marriott International. Für Ryman bedeutet der Zukauf den Einstieg in die Ritz-Carlton-Welt – bislang fehlte diese Luxusmarke im Portfolio, das bisher vor allem auf die eigenen Gaylord-Convention-Resorts und eine wachsende JW-Marriott-Plattform setzte.
Der Kaufpreis entspricht einem Multiple von 12,5-mal dem bereinigten EBITDAre der vergangenen zwölf Monate bis Ende Juni 2026. Ryman rechnet damit, dass sich die Übernahme bereits 2027 positiv auf den bereinigten Gewinn je Aktie auswirkt. CEO Mark Fioravanti bezeichnete Grande Lakes als Objekt, das "alle Eigentumskriterien" des Unternehmens erfülle und die Kundenrotation zwischen den Marken stärke.
Finanzierung in mehreren Bausteinen
Die Kapitalerhöhung deckt nur einen Teil des Kaufpreises ab. Den Rest will Ryman aus vorhandenen Barmitteln sowie über Fremdkapital stemmen – möglich sind Ziehungen aus der revolvierenden Kreditlinie, neue unbesicherte Anleihen oder die Übernahme eines bestehenden, objektgesicherten Darlehens. Den Underwritern der Aktienplatzierung steht zudem eine 30-tägige Option auf bis zu 765.000 zusätzliche Aktien zu.
Der Abschluss der Transaktion ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen, vorbehaltlich üblicher Abschlussbedingungen. Sollte der Deal doch nicht zustande kommen, will Ryman den Emissionserlös für allgemeine Unternehmenszwecke nutzen – ein Signal, dass die Kapitalerhöhung unabhängig vom Ausgang der Akquisition durchgezogen wird.
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