S&P, Energiewerte

S&P 500: Energiewerte stehlen der KI die Show

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 18:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Energiesektor dominiert das Gewinnwachstum im S&P 500 und übertrifft die KI-Werte deutlich. Fed-Protokoll und Ölpreis rücken in den Fokus.

S&P 500: Energiesektor übertrifft KI-Werte mit 147% Gewinnplus
Industrielle Ölraffinerie bei Dämmerung mit warm beleuchteten Rohrsystemen und Kühltürmen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während Nvidia, Alphabet und Co. die Schlagzeilen der Berichtssaison dominieren, hat sich abseits des Rampenlichts ein anderer Sektor als eigentlicher Gewinner herauskristallisiert. Der Energiesektor im S&P 500 hat im zweiten Quartal ein Gewinnwachstum hingelegt, das selbst die euphorischsten KI-Zahlen alt aussehen lässt.

Energiesektor mit dreistelligem Gewinnsprung

Rund 88 Prozent der Indexmitglieder haben ihre Zahlen für das zweite Quartal bereits vorgelegt. Der breite S&P 500 kommt dabei auf ein Gewinnwachstum von 50,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal — rechnet man Ausreißer wie Alphabet und Amazon heraus, bleiben immer noch beachtliche 32,0 Prozent übrig. Der Energiesektor toppt das mit einem Gewinnplus von 147,0 Prozent.

Auch beim Umsatz zeigt sich das gleiche Muster: Der Gesamtindex wuchs um 15,0 Prozent, Energieunternehmen dagegen um 42,5 Prozent. Für den breiten Markt bedeutet das siebte zweistellige Gewinnquartal in Folge ein „fabulous earnings momentum", wie es Marktbeobachter nennen — getragen von einer Kombination aus stabiler Konsumnachfrage und steigenden Rohstoffpreisen.

Fed-Protokoll und Ölpreis als nächste Prüfsteine

Der Index markierte zuletzt seinen 27. Rekordschluss des Jahres und verbuchte die dritte positive Woche in Folge. Parallel dazu mehren sich aber Warnsignale: Der US-Arbeitsmarkt kühlt spürbar ab, das zugrunde liegende Beschäftigungswachstum lag im Juli bei nur noch 5.000 Stellen pro Monat — weit unter der Schwelle von 50.000, die nötig wäre, um die Arbeitslosenquote stabil zu halten.

Goldman Sachs sieht deshalb eine Zinserhöhung der Fed im September als so gut wie vom Tisch an, die Terminmärkte preisen die Wahrscheinlichkeit nur noch mit rund 35 Prozent ein.

Entscheidende Hinweise dürfte das Fed-Protokoll vom Mittwoch liefern, das Aufschluss über die Meinungsunterschiede innerhalb der Notenbank geben soll.

Zusätzliche Brisanz kommt vom Ölmarkt: Brent und WTI legten in der vergangenen Woche mehr als fünf Prozent zu, nachdem Angriffe auf Tanker und stockende Verhandlungen zwischen den USA und Iran neue Sorgen um die Straße von Hormus geschürt haben. Steigt Öl weiter, könnte das die zuletzt nachlassenden Inflationssorgen zurückbringen und die Zinsdebatte neu entfachen.

In dieser Woche liefern zudem Einzelhandelsriesen wie Home Depot, Target, Walmart und Lowe's wichtige Signale zur Verfassung des US-Konsumenten — nach dem jüngsten Rückgang der Einzelhandelsumsätze ein Stimmungstest mit Gewicht für die weitere Richtung des Index.

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