S&P 500: Marktbreite bröckelt unter der OberflÀche
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 17:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Index steht nahe seinem Rekord, doch darunter sieht es deutlich schwĂ€cher aus. 400 der 500 Werte notieren unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt, 300 sogar unter der 200-Tage-Linie. Das Bild einer breiten Rally trĂŒgt.
Anleiherenditen als Taktgeber
Am Donnerstag schloss der S&P 500 um 0,19 Prozent höher bei 7.666,45 Punkten. Der Nasdaq 100 legte um 0,31 Prozent zu. Die Bewegungen blieben eng, am ersten Handelstag des neuen Quartals hielten sich die Anleger zurĂŒck.
FĂŒr Erleichterung sorgte der Rentenmarkt. Die Rendite zehnjĂ€hriger US-Staatsanleihen fiel um 6 Basispunkte auf 5,24 Prozent, nachdem sie zuvor auf den höchsten Stand seit 2002 geklettert war. Dieser Anstieg hatte Sorgen um die TragfĂ€higkeit der Staatsschulden geweckt. ZusĂ€tzlich stĂŒtzte Fed-Vize Philip Jefferson: Es könne noch dauern, bis sich beurteilen lasse, ob weitere Zinserhöhungen nötig seien.
Gebremst wurde die Stimmung vom Ălpreis. Brent notierte zeitweise ĂŒber 100 Dollar, US-Rohöl legte um mehr als 3 Prozent zu. Ălwerte profitierten entsprechend.
Einzelwerte mit groĂen AusschlĂ€gen
An der Indexspitze sprang Accenture um fast 16 Prozent nach ĂŒberraschend starken Quartalszahlen. IBM zog im Windschatten um 2,6 Prozent an. Synopsys gewann knapp 13 Prozent, nachdem das Unternehmen auf einem Investorentag langfristige Ziele prĂ€sentiert hatte, die Analysten als vielversprechend einstufen.
Micron hatte hohe Ziele fĂŒr das laufende Quartal ausgegeben. Die Aktie drehte ins Plus und schloss drei Prozent höher, nach einer fast vervierfachten Kursentwicklung im laufenden Jahr.
GeldflĂŒsse zeigen ZurĂŒckhaltung
Die FondsflĂŒsse passen zum zwiespĂ€ltigen Bild. In der Woche bis 30. September flossen 18,8 Milliarden Dollar in Anleihefonds, in Aktienfonds 15,8 Milliarden. US-Aktien verbuchten die zweite Woche in Folge AbflĂŒsse, diesmal von 2,7 Milliarden Dollar. Europa, Japan und SchwellenlĂ€nder zogen dagegen Kapital an.
Bank-of-America-Stratege Michael Hartnett erwartet ein risikoscheues Umfeld, bis der Dollar seinen Höhepunkt erreicht. Der Markt handle "long artificial intelligence" und "short artificial irrelevance". Kurzfristig richtet sich der Blick auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag: Erwartet wird ein Stellenplus von 90.000 im September, nach 162.000 im August, bei stabiler Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent.
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