Salesforce Aktie: 1,6-Milliarden-Dollar-Vertrag mit US-Veteranenministerium
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 12:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Softwarekonzern Salesforce rückt zunehmend in das Blickfeld der Anleger, die nach einer Phase der Unsicherheit im Softwaresektor nach neuen Wachstumsimpulsen suchen. Das Unternehmen profitiert dabei insbesondere von der Dynamik im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) und konnte zuletzt mit einem bedeutenden Großauftrag der US-Regierung ein Ausrufezeichen setzen. Während reine KI-Infrastrukturwerte zuletzt unter Druck gerieten, zeigt sich bei Software-Titeln wie Salesforce eine Stabilisierung.
Agentforce treibt das Wachstum voran
Ein wesentlicher Faktor für die aktuelle Geschäftsentwicklung ist das Tool Agentforce, das auf autonome KI-Agenten setzt. Laut Medienberichten sieht CEO Marc Benioff in dieser „Agentic AI“ die größte Wachstumschance in der Geschichte des Unternehmens. Die Zahlen stützen diese Einschätzung: Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) für Agentforce und Data 360 stieg im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 um 200 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf rund 3,4 Milliarden US-Dollar, wobei Agentforce allein 1,2 Milliarden US-Dollar beisteuerte.
Die Relevanz dieser Technologie zeigt sich auch in der Praxis. So setzt beispielsweise der australische Tourismusbetreiber Journey Beyond bereits vier KI-Agenten im Kundenservice ein, die rund 80 Prozent der Anfragen ohne menschliches Eingreifen bearbeiten. Zusätzlich sicherte sich Salesforce am 24. Juli einen Dreijahresvertrag mit dem US-Veteranenministerium (VA) im Wert von 1,6 Milliarden US-Dollar. Dieser Vertrag zielt darauf ab, KI-gestützte Arbeitsabläufe zu integrieren und beispielsweise die Terminbuchung für Millionen von Veteranen drastisch zu beschleunigen.
Überzeugende Bilanz und solide Auftragslage
Die finanziellen Kennzahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 unterstreichen die operative Stärke. Salesforce meldete einen Umsatz von 11,13 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 13,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders beim Gewinn pro Aktie (EPS) konnte das Unternehmen mit 3,88 US-Dollar die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffen.
Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (cRPO), ein Indikator für künftige Umsätze, beliefen sich auf 33,6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 14 Prozent. Für das laufende zweite Quartal prognostiziert das Management einen Umsatz von etwa 11,31 Milliarden US-Dollar. Parallel dazu setzt der Konzern sein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 25 Milliarden US-Dollar fort, in dessen Rahmen bereits über 100 Millionen Aktien eingezogen wurden.
Institutionelle Anleger und Analysten im Fokus
Im heutigen Handel legt die Aktie um 2,46 Prozent zu und notiert bei 163,38 Euro. Trotz der jüngsten Erholungstendenzen verzeichnet der Titel seit Jahresbeginn jedoch ein Minus von 27,95 Prozent. Diese Kursentwicklung lockt nun auch wieder institutionelle Investoren an. Während die Rathbones Group ihren Anteil im ersten Quartal deutlich reduzierte, bauten Häuser wie Lavelle Capital und Lombard Odier Asset Management Europe neue Positionen auf oder stockten bestehende Bestände auf.
Analysten bewerten die Aussichten überwiegend positiv. Die Experten von 24/7 Wall St. gaben eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 258,69 US-Dollar ab, was ein erhebliches Aufwärtspotenzial impliziert. Auch wenn Integrationsrisiken bei Zukäufen wie Informatica und die steigende Verschuldung als potenzielle Belastungsfaktoren genannt werden, überwiegt bei vielen Marktbeobachtern der Optimismus hinsichtlich der KI-Strategie. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Salesforce hat sich zudem von Werten über 40 im Vorjahr auf aktuell etwa 21 normalisiert, was die Bewertung für Neueinsteiger attraktiver machen könnte.
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