Salesforce Aktie: SalesBleed legte Agentforce-Schwachstellen offen
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 06:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher haben Schwachstellen in der neuen KI-Plattform von Salesforce aufgedeckt. Die unter dem Namen „SalesBleed“ bekannt gewordenen Lücken betrafen das System Agentforce und ermöglichten Datendiebstahl ohne Nutzerinteraktion. Im europäischen Handel gab die Aktie am Freitag um 2,1 Prozent auf 205,10 Euro nach.
Schwachstellen in der neuen KI-Plattform
Zenity Labs legte Details zu drei Sicherheitslücken in Salesforce Agentforce offen. Zwei dieser Schwachstellen ermöglichten es Angreifern, sensible CRM-Daten wie Unternehmensnamen und Dealgrößen per DNS abzugreifen. Eine dritte Schwachstelle erlaubte das Versenden von Phishing-Nachrichten über die Identität eines Agentforce-Slack-Agenten.
Eingeschleust werden konnten manipulierte Prompts beispielsweise über öffentliche Web-to-Lead-Formulare. Zenity Labs hatte Salesforce im Juni über die Probleme informiert. Der Softwarekonzern reagierte und behob die gemeldeten Umgehungen vertrauenswürdiger Webadressen sowie das Attributionsproblem in Slack. Am 18. August schloss Salesforce die verbliebene Schwachstelle bei der URL-Bereinigung.
Die Meldungen treffen das Unternehmen in einer wichtigen Phase. Vorstandschef Marc Benioff positioniert den Konzern zunehmend als Plattform für Daten und autonome Agenten. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 lag die agentische KI-Nutzung sechsmal so hoch wie im Vorjahreszeitraum.
Zudem erreichte der annualisierte wiederkehrende Umsatz von Agentforce und Data 360 knapp 3,9 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Zuwachs von mehr als 210 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Partner fordern Preisklarheit für Agentforce
Gleichzeitig verhandelt Salesforce mit Vertriebs- und Integrationspartnern über die Monetarisierung der Technologie. Systemintegratoren fordern verlässlichere Kostenmodelle für mehrjährige Kundenverträge. Accenture sieht großes Potenzial in Agentforce, verlangt jedoch klarere Vorgaben für den Einsatz spezialisierter Ingenieure.
Bislang setzt Salesforce auf eine Mischung aus festen Nutzerlizenzen, verbrauchsabhängigen Gebühren und ergebnisbasierten Preisen pro gelöstem Kontakt. Um die Unsicherheit bei Kunden zu verringern, arbeitet der Konzern an standardisierten Preisrechnern. Das Partnernetzwerk umfasst mittlerweile 84 Partner und mehr als 800 zertifizierte Fachleute.
Analysten bleiben trotz Kursdämpfer zuversichtlich
An der Wall Street wird der Übergang zu autonomen KI-Agenten genau beobachtet. Einige Branchenbeobachter befürchten, dass agentenbasierte Lösungen die klassischen softwarebasierten Lizenzmodelle schwächen könnten. Benioff wies diese Bedenken zuletzt zurück und betonte, dass KI klassische Software nicht ersetzen werde.
Trotz der jüngsten Unruhe halten mehrere Investmentbanken an ihren positiven Einschätzungen fest. Wells Fargo hob das Kursziel für den Titel an. Die Analysten von Jefferies bestätigten ihre Kaufempfehlung für das Papier.
Für das Geschäftsjahr 2027 peilt Salesforce einen Gesamtumsatz zwischen 46,10 und 46,40 Milliarden US-Dollar an. Die Anleger achten nun darauf, wie schnell der Softwarekonzern Sicherheitsbedenken ausräumt und die Implementierung bei Großkunden vorantreibt.
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