Sanofi, Aktie

Sanofi Aktie: MenQuadfi-Zulassung ab sechs Wochen erweitert

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 11:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sanofi erhält EU-Zulassung für MenQuadfi ab sechs Wochen, Indien-Tochter steigert Gewinn um 20 Prozent.

Sanofi erweitert Impfstoff-Zulassung für Säuglinge und meldet starkes Indien-Wachstum
Abstrakte Darstellung einer modernen Laborumgebung mit Fokus auf medizinische Innovation und pharmazeutischen Fortschritt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der französische Pharmakonzern hat eine wichtige regulatorische Hürde in Europa genommen. Die Europäische Kommission erteilte die Zulassungserweiterung für den Meningokokken-Impfstoff MenQuadfi. Damit darf das Vakzin nun bereits bei Säuglingen ab einem Alter von sechs Wochen eingesetzt werden, um vor invasiven Meningokokken-Erkrankungen der Serogruppen A, C, W und Y zu schützen. Zuvor war die Anwendung erst für Kinder ab zwölf Monaten gestattet.

Erweiterter Schutz für Säuglinge

Die Entscheidung der Kommission folgt auf eine positive Empfehlung des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) vom Juni. Die Grundlage für die erweiterte Zulassung bilden Daten aus der klinischen Phase-III-Studie MET58, an der mehr als 6.000 Säuglinge in elf Ländern teilnahmen. Die Untersuchung belegte eine Serokonversionsrate von mindestens 95 Prozent für alle vier enthaltenen Serogruppen. Bei der Mehrheit der Probanden konnte zudem zwölf Monate nach der Immunisierung ein anhaltender Schutz nachgewiesen werden.

Invasive Meningokokken-Erkrankungen gelten als medizinischer Notfall, der innerhalb von 24 Stunden zum Tod führen kann. Säuglinge tragen aufgrund ihres noch unreifen Immunsystems ein besonders hohes Risiko für schwere Verläufe. Laut Medienberichten liegt die Sterblichkeitsrate bei 10 bis 15 Prozent, während bis zu 20 Prozent der Überlebenden langfristige Folgeschäden erleiden. Mit der Neuzulassung bietet Sanofi nun eine zusätzliche Option für die routinemäßige Immunisierung im frühen Kindesalter an, wobei das Vakzin gleichzeitig mit anderen Standardimpfstoffen verabreicht werden kann.

Starkes Wachstum im indischen Markt

Parallel zu den Fortschritten in Europa meldete die indische Tochtergesellschaft Sanofi India ein erfolgreiches zweites Quartal. Der Nettogewinn stieg im Zeitraum bis Ende Juni um 20,1 Prozent auf 83,5 Crore Rupien. Auch der Umsatz legte um 7,7 Prozent auf 437,7 Crore Rupien zu. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war das Diabetes-Portfolio, das ein Wachstum von 14 Prozent verzeichnete.

Besonders im Bereich der Basal-Insuline behauptet das Unternehmen seine Marktführerschaft mit einem wertmäßigen Anteil von 58 Prozent. Im öffentlichen Sektor konnte der Umsatz sogar um 70 Prozent gesteigert werden. Neben den operativen Erfolgen gab das Unternehmen einen Wechsel im Management bekannt: CFO Rachid Ayari wird das Unternehmen zum 30. September verlassen.

Strategische Meilensteine in der Pipeline

Auch in der Forschungs-Zusammenarbeit mit Partnern wurden Fortschritte erzielt. Sanofi zahlte eine Meilensteinzahlung in Höhe von 10 Millionen US-Dollar an Nurix Therapeutics, nachdem der Wirkstoff SAR448272 in eine Phase-1-Studie überführt wurde. Das Medikament wird zur Behandlung von Typ-2-Entzündungen wie Asthma und atopischer Dermatitis entwickelt. Zudem erhielt MacroGenics eine Zahlung von 24,5 Millionen US-Dollar für die FDA-Zulassung von TZIELD zur Behandlung von Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen.

Zusätzlich investiert der Konzern über Sanofi Ventures in technologische Innovationen. So beteiligte sich die Wagniskapital-Sparte an einer Finanzierungsrunde über 45 Millionen US-Dollar für QuantHealth. Das Unternehmen nutzt künstliche Intelligenz zur Simulation klinischer Studien und erreicht dabei nach eigenen Angaben eine Vorhersagegenauigkeit von bis zu 90 Prozent.

Trotz der operativen Erfolge notiert die Sanofi-Aktie im heutigen Handel bei 74,08 Euro nahezu unverändert zum Vortag. Damit bleibt das Papier mit einem Abschlag von 18,11 Prozent deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 90,46 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf insgesamt 10,67 Prozent.

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