Sanofi Aktie: Ziele deutlich angehoben
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 09:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Quartalsgewinn, der um mehr als 90 Prozent einbricht — und trotzdem hebt Sanofi die Jahresprognose an. Was nach Widerspruch klingt, hat einen einfachen Grund: Wertminderungen und höhere Gewinnabführungen an den Partner Regeneron drücken auf die Bilanz, während das operative Geschäft so stark wächst wie lange nicht mehr.
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal währungsbereinigt um 17,8 Prozent, zu tatsächlichen Wechselkursen stieg er auf 11,6 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie legte um gut 31 Prozent auf 2,09 Euro zu — deutlich mehr, als Analysten erwartet hatten. Der Konzern aus Paris hebt deshalb sein Umsatzziel für 2026 von einem hohen einstelligen auf ein Plus von rund zehn Prozent an, das bereinigte Ergebnis je Aktie soll weiterhin etwas schneller wachsen als der Umsatz.
Warum der Nettogewinn einbrach
Unter dem Strich blieben nur 343 Millionen Euro übrig, im Vorjahresquartal waren es noch knapp 3,9 Milliarden Euro. Der Grund liegt nicht im operativen Geschäft, sondern in Sondereffekten: Sanofi musste Wertminderungen für das eingestellte Forschungsprogramm zum Wirkstoff Amlitelimab bei atopischer Dermatitis verbuchen. Hinzu kommen gestiegene Gewinnabführungen an Regeneron, den Forschungs- und Vermarktungspartner für mehrere Präparate.
Die Pipeline-Bereinigung geht über Amlitelimab hinaus. Auch die klinischen Entwicklungsprogramme für Itepekimab und Balinatunfib wurden gestoppt. Im Gegenzug meldete der Konzern im Quartal sieben Zulassungen sowie zwei positive Phase-3-Ergebnisse, unter anderem für Nexviazyme bei infantiler Pompe-Krankheit.
Dupixent knackt die Fünf-Milliarden-Marke
Der eigentliche Wachstumstreiber bleibt Dupixent. Der Umsatz des Immunologie-Präparats stieg um 37,6 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro — erstmals überhaupt liegt ein Quartalsumsatz oberhalb der Fünf-Milliarden-Schwelle. Die jüngeren Markteinführungen, darunter Ayvakit, ALTUVIIIO und Sarclisa, wuchsen zusammen sogar um 48,3 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Einzig das Impfstoffgeschäft schwächelte mit einem Rückgang um 4,7 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, bedingt durch einen hohen Vergleichswert bei Grippeimpfstoffen im Vorjahr.
Parallel dazu schloss Sanofi ein Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro ab.
Für die zweite Jahreshälfte rechnet der Konzern mit einer Normalisierung des Wachstumstempos. Bis 2030 soll Dupixent auf einen Jahresumsatz von rund 25 Milliarden Euro zulegen, ergänzt um etwa 10 Milliarden Euro aus den neueren Markteinführungen — beides zu konstanten Wechselkursen gerechnet.
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