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Scottish Mortgage: Tesla nach 13 Jahren komplett abgestoßen

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 04:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Scottish Mortgage Trust trennt sich nach 13 Jahren von Tesla und setzt verstärkt auf KI-Infrastruktur sowie SpaceX. Starke Jahresbilanz und Aktienrückkäufe untermauern die Neuausrichtung.

Scottish Mortgage Trust: Tesla-Ausstieg und Fokus auf KI und SpaceX
Ein Investor blickt auf einem modernen Handelsplatz auf komplexe Finanzdiagramme und Marktdaten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Scottish Mortgage Investment Trust vollzieht eine signifikante strategische Neuausrichtung seines Portfolios. Nach einer 13-jährigen Haltedauer hat sich der Trust vollständig von seiner Beteiligung am Elektroautopionier Tesla getrennt. Diese Entscheidung markiert das Ende einer Ära und unterstreicht den Fokus auf neue technologische Trends, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und der privaten Raumfahrt.

Fokus auf KI-Infrastruktur und die Raumfahrt

Im Rahmen eines aktuellen Portfolio-Updates erläuterte die Investment-Spezialistin Chloé Darling-Stewart von Kepler Trust Intelligence die Beweggründe für die Umschichtungen.

Während Tesla das Portfolio über ein Jahrzehnt prägte, sieht das Management nun größere Chancen in Unternehmen, die die Infrastruktur für die steigende KI-Nachfrage bereitstellen. Besonders im Blickfeld steht dabei der Wandel des Energiebedarfs durch großflächige KI-Anwendungen.

Gleichzeitig rückt SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, immer stärker in das Zentrum der Strategie. Medienberichten zufolge wird SpaceX innerhalb des Trusts als größte Einzelposition geführt. Die Bedeutung dieser Beteiligung unterstreichen auch die jüngsten Pläne für einen möglichen Börsengang des Raumfahrtunternehmens.

Bereits im Geschäftsbericht für das Jahr bis Ende März wurde deutlich, dass Neubewertungen von SpaceX den Nettoinventarwert (NAV) maßgeblich stützten. Zum Stichtag am 31. März 2026 machte die Position bereits 19,3 Prozent des Gesamtvermögens aus, verglichen mit 15,4 Prozent nur einen Monat zuvor.

Profiteur sinkender Inflationsdaten

Neben den strategischen Einzelentscheidungen profitierte der Trust am vergangenen Donnerstag und Freitag deutlich von makroökonomischen Entwicklungen in den USA. Die US-Verbraucherpreisinflation kühlte im Juli auf 3,4 Prozent ab, was den Erwartungen der Analysten entsprach.

Da das Portfolio von Scottish Mortgage stark auf Wachstumstitel mit langer Laufzeit ausgerichtet ist, reagieren die Kurse besonders sensibel auf die Aussicht auf sinkende Zinsen.

In diesem Marktumfeld konnten wichtige Portfoliowerte wie Nvidia, der Halbleiterausrüster ASML und der Chipfertiger TSMC Gewinne verzeichnen. Auch E-Commerce-Größen wie Amazon und Shopify sowie der Facebook-Mutterkonzern Meta trugen zur positiven Stimmung bei.

Die Strategie des Managements, verstärkt auf Unternehmen zu setzen, die von der Neugestaltung der globalen Rechenkapazitäten profitieren, scheint im aktuellen Zinsumfeld auf breite Akzeptanz zu stoßen.

Solide Bilanz und fortlaufende Rückkäufe

Die finanzielle Basis für diese Neuausrichtung lieferten die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2026. Der Trust erzielte eine Gesamtrendite auf den Nettoinventarwert von 27,4 Prozent und übertraf damit den FTSE All-World Index, der im gleichen Zeitraum um 18,0 Prozent zulegte.

Das Nettoeinkommen stieg im Vergleich zum Vorjahr massiv auf rund 3,10 Milliarden Britische Pfund an. Parallel dazu wurde die Verschuldungsquote (Gearing) leicht auf etwa 11 Prozent gesenkt, während die Kosten für die Fremdkapitalaufnahme bei rund 3,6 Prozent stabil blieben.

Um den Shareholder Value weiter zu steigern, setzt das Unternehmen sein Programm zum Rückkauf eigener Anteile fort. Am vergangenen Freitag erwarb der Trust weitere 307.768 Stammaktien zu einem Preis von 1.439,06 Pence, die nun im Bestand gehalten werden. Dies ist Teil einer umfassenderen Kapitalstrategie, zu der auch die Erhöhung der jährlichen Dividende um 4,3 Prozent auf 4,57 Pence pro Aktie gehört.

An der Börse spiegelt sich die Zuversicht der Anleger in einer robusten Kursentwicklung wider. Mit einem Schlusskurs von 17,05 Euro am Freitag verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein Plus von 25 Prozent. Damit notiert die Aktie derzeit 46 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief.

Der Abstand zum im Mai erreichten 52-Wochen-Hoch hat sich durch die jüngste Erholung auf 13 Prozent verringert. Zudem wurde die Anlagepolitik angepasst, um künftig zusätzliche 250 Millionen Pfund in private Unternehmen investieren zu können, was den Spielraum für Beteiligungen abseits der öffentlichen Märkte vergrößert.

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