Shell, Aktie

Shell Aktie: Prognosen nach oben angepasst

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 23:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Shell erwartet für das dritte Quartal höhere Raffineriemargen und mehr Gasproduktion; die vollständigen Zahlen folgen am 29. Oktober.

Trading-Floor mit Energiesektor-Kursboard, Candlestick-Charts und Händlern an Monitoren
Shell plc GB00BP6MXD84: Börsen-Editorial zeigt Energie-Kursanzeige mit Charts und Händlern auf belebtem Trading-Floor Illustration mit AI erstellt.

Der Energiekonzern Shell blickt deutlich zuversichtlicher auf das zurückliegende Quartal. Das Unternehmen passte heute seine Erwartungen für das dritte Jahresviertel nach oben an und stellt sowohl verbesserte Margen als auch eine höhere Produktion in Aussicht. Am deutschen Markt notiert die Aktie heute bei 43,18 Euro und liegt damit nur 1,5 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 43,83 Euro.

Profitablere Raffinerien und mehr Gasförderung

Treiber der verbesserten Lage ist vor allem das Verarbeitungsgeschäft. Im Raffineriebereich rechnet Shell mit einer Marge von $42 je Barrel. Im vorangegangenen zweiten Quartal hatte dieser Wert noch bei $24 gelegen. Die deutliche Erholung der Verarbeitungsspannen stützt das operative Ergebnis maßgeblich.

Parallel dazu zog der Konzern die Prognose für die Flüssiggasförderung an. In der Sparte Integrated Gas peilt das Management für das dritte Quartal nun eine Tagesproduktion zwischen 740.000 und 780.000 Barrel Öläquivalent an. Gegenüber den früheren Zielkorridoren stellt dieser Wert eine spürbare Aufstockung dar.

Die Förderung im Upstream-Segment grenzte Shell auf 1,74 bis 1,84 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag ein. Das Management bereitet den Kapitalmarkt damit auf ein operatives Quartal vor, das von einer stabilen Förderung und profitableren Anlagen geprägt ist. Die vollständigen Zahlen für das dritte Quartal wird das Unternehmen am 29. Oktober vorstellen.

Strategische Schwerpunkte auf Erdgas

Die Priorität auf Gas spiegelt sich auch in den langfristigen Projekten wider. Laut Reuters betonte Shell-Chef Wael Sawan gestern, dass der Konzern seinen Wettbewerbsvorteil in Venezuela klar bei Gas statt bei schwerem Rohöl sehe. Shell prüft dort weiterhin Gelegenheiten und ist bereits am Loran-Offshore-Gasfeld beteiligt.

Vor gut einer Woche fiel zudem die finale Investitionsentscheidung für die zweite Phase des Projekts LNG Canada, die das Verflüssigungsvolumen verdoppeln soll und mit C$33 Milliarden veranschlagt ist.

Belastungsprobe in Kasachstan und Analystenlob

Gleichzeitig bleiben internationale Großprojekte juristisch umkämpft. In Kasachstan nahmen die Behörden das Vollstreckungsverfahren für eine Geldbuße von 2,3 Billionen Tenge gegen das Konsortium des riesigen Kashagan-Ölfelds wieder auf. Shell gehört zu den Anteilseignern der Betreibergesellschaft North Caspian Operating Company, die die Vorwürfe wegen angeblicher Verstöße bei der Schwefellagerung bestreitet.

Am Montag bekräftigte Barclays-Analystin Lydia Rainforth ihre Einstufung mit „Buy“ und setzte das Kursziel auf £49,50. Das operative Zwischenupdate liefert dieser Einschätzung neue Argumente, bevor Ende des Monats die detaillierte Zwischenbilanz folgt.

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