Sibanye, Stillwater

Sibanye Stillwater Aktie: EBITDA springt 111 Prozent auf 31,8 Mrd. Rand

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 11:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sibanye-Stillwater erzielt im ersten Halbjahr deutlich mehr Umsatz und Gewinn, während ein Streik die US-Produktion von Platin und Palladium belastet.

Sibanye-Stillwater steigert Halbjahresgewinn trotz US-Streik
Abstrakte Darstellung von Edelmetallen und Industrierohstoffen in dramatischer Beleuchtung für den Rohstoffsektor. Illustration mit AI erstellt.

Der südafrikanische Bergbaukonzern Sibanye-Stillwater präsentiert zum Ende des ersten Halbjahres eine außergewöhnlich starke Bilanz. Getrieben durch hohe Rohstoffpreise erreichte das Unternehmen beim Umsatz und beim operativen Ergebnis neue Höchststände.

Doch während die Konzerngruppe finanziell floriert, sieht sich das Management mit einer harten Tarifauseinandersetzung in den Vereinigten Staaten konfrontiert. Dort haben am vergangenen Donnerstag hunderte Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt, was die Platin- und Palladium-Produktion in Montana erheblich beeinträchtigt.

Massive Zuwächse im ersten Halbjahr

Anfang September veröffentlichte Sibanye-Stillwater die Zwischenergebnisse für das erste Halbjahr 2026. Der Konzernumsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 65 Prozent auf den Rekordwert von 90 Milliarden Rand.

Auch das bereinigte EBITDA verzeichnete einen deutlichen Sprung und stieg um 111 Prozent auf 31,8 Milliarden Rand. Diese operative Dynamik schlug sich unmittelbar im Gewinn nieder, der für das Halbjahr mit 18,8 Milliarden Rand beziffert wurde.

Infolge dieser Entwicklung konnte die Unternehmensführung den Anlegern eine Zwischendividende von 5,7 Milliarden Rand in Aussicht stellen. Der Gewinn pro Aktie (Headline Earnings per Share) legte um 216 Prozent auf 6,01 Rand zu. Diese Zahlen unterstreichen die Effizienz der südafrikanischen Förderstätten, die maßgeblich von der weltweiten Nachfrage und dem Preisniveau der geförderten Metalle profitierten.

Arbeitskampf belastet US-Produktion

Dem finanziellen Erfolg stehen aktuelle Schwierigkeiten im Nordamerika-Segment gegenüber. Nach der Ablehnung eines Vertragsangebots traten Mitglieder der Gewerkschaft United Steelworkers am vergangenen Donnerstag in den Streik.

Betroffen sind die Mine Stillwater East sowie die metallurgische Verarbeitungsanlage in Columbus. Medienberichten zufolge haben mehr als 400 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt, nachdem Verhandlungen über die Struktur der Leistungsprämien und die Kostenbeteiligung an der Gesundheitsversorgung gescheitert waren.

Die Bedeutung des Arbeitskampfes für die regionale Produktion ist erheblich: Der Standort Stillwater East steuerte in den ersten sechs Monaten des Jahres rund 55 Prozent des US-Fördervolumens von insgesamt 137.930 Unzen (2Eoz) bei.

Das Unternehmen hatte im Vorfeld Gehaltserhöhungen von 5 Prozent im laufenden Jahr sowie weitere Steigerungen in den Folgejahren angeboten. Die Gewerkschaft kritisierte jedoch eine Kürzung der Leistungen bei Langzeitinvalidität und unzureichende Zugeständnisse bei den steigenden Versicherungsprämien.

Wirtschaftlicher Druck auf das US-Geschäft

Die Streiks treffen auf eine angespannte wirtschaftliche Lage im Platin-Segment der Vereinigten Staaten. Laut Unternehmensangaben arbeitet dieser Bereich bei den aktuellen Metallpreisen lediglich an der Gewinnschwelle.

In den vergangenen dreieinhalb Jahren summierte sich der Verlust im US-Geschäft auf rund 500 Millionen US-Dollar. Sibanye-Stillwater investiert zudem jährlich etwa 30 Millionen US-Dollar in die Gesundheitsfürsorge der Belegschaft vor Ort, was den Spielraum für weitere Zugeständnisse einschränkt.

Trotz der regionalen Herausforderungen signalisiert das Management Vertrauen in die langfristige Strategie. Ende Juni kaufte Finanzvorstand Charl Keyter 200.000 Stammaktien zu einem Preis von etwa 2,24 US-Dollar pro Stück. Damit erhöhte er seinen direkten Anteil auf 2,2 Millionen Papiere.

Parallel dazu wurden die institutionellen Positionen durch BlackRock und JP Morgan Chase & Co. angepasst, die meldepflichtige Beteiligungen am Unternehmen halten.

Strategische Neuausrichtung und Managementwechsel

Um die künftige Kommunikation mit dem Kapitalmarkt und die Umsetzung der Unternehmensstrategie zu stärken, gab es zum 1. September personelle Veränderungen in der Führungsebene. Emma Chapman hat die Position als Senior Vice President für Investor Relations übernommen.

Chapman verfügt über rund 15 Jahre Erfahrung an den Bergbau-Kapitalmärkten. Ihr Vorgänger James Wellsted wechselte zeitgleich in das Group Transformation Office, wo er als Executive Vice President Business Analytics die Optimierung der Geschäftsabläufe vorantreiben soll.

Diese personelle Weichenstellung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Sibanye-Stillwater die starke Cashflow-Generierung aus den südafrikanischen Kerngebieten nutzen muss, um die betrieblichen Risiken und Kostenstrukturen an den internationalen Standorten neu zu ordnen.

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