Siemens Aktie: 3,5 Milliarden Rekordgewinn
Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 05:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Siemens hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 das höchste industrielle Ergebnis der Unternehmensgeschichte erzielt. Der Konzern meldete einen Auftragseingang von 27,9 Milliarden Euro, einen Umsatz von 20,79 Milliarden Euro und ein industrielles Geschäftsergebnis von 3,5 Milliarden Euro.
Der freie Cashflow lag bei 4,1 Milliarden Euro. Reuters berichtete, Siemens habe von der Investitionswelle rund um künstliche Intelligenz profitiert und damit das bislang stärkste industrielle Quartalsergebnis eingefahren.
Auf Basis dieser Zahlen hob Siemens die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr an. Der Konzern erwartet nun ein Ergebnis je Aktie zwischen 11,20 und 11,50 Euro, nachdem zuvor eine Spanne von 10,70 bis 11,10 Euro gegolten hatte. Die industrielle Marge stieg laut Berichten von Dow Jones und FinanzNachrichten auf 17,3 Prozent, bei einem Umsatz von rund 20,7 Milliarden Euro und dem bereits genannten Auftragseingang.
Auftragsbestand wächst auf Rekordniveau
Nach Berichten des Manager Magazins stieg der Auftragsbestand des Konzerns auf 132 Milliarden Euro. Diese Größenordnung verschafft Siemens eine Sichtbarkeit auf künftige Umsätze, die deutlich über das laufende Geschäftsjahr hinausreicht. Zusammen mit dem starken freien Cashflow unterstreicht das die operative Stärke des Konzerns in einem Umfeld, in dem Investitionen in Automatisierung, Elektrifizierung und digitale Infrastruktur weiter zunehmen.
Zusätzliches Investment in US-Standorte
Kurz nach der Vorlage der Quartalszahlen wurde bekannt, dass Siemens mehr als 200 Millionen Dollar in US-Standorte investieren will, um dort Ausrüstung für Rechenzentren im Bereich künstliche Intelligenz zu fertigen.
Die Investition wurde im Rahmen eines Earnings-Calls Anfang August thematisiert und ergänzt die bereits gemeldeten Rekordzahlen um eine konkrete Wachstumsinitiative in einem Markt, der als struktureller Treiber der jüngsten Geschäftsentwicklung gilt.
Nicht zu verwechseln ist diese Nachrichtenlage mit Berichten zu Siemens Energy, das getrennt von Siemens an der Börse notiert ist. Dort wurde über mögliche Beratungen zu einer Sparten-Abspaltung für Ende August berichtet – dies betrifft jedoch ein eigenständiges Unternehmen und nicht den Siemens-Konzern selbst.
Kursreaktion bleibt verhalten
Die Aktie schloss am Freitag bei 283,70 Euro und gab dabei leicht nach. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 1,1 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sogar von 4,7 Prozent. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursgewinn auf 19 Prozent.
Zum 52-Wochen-Hoch von 291,25 Euro, erreicht Anfang August, fehlen der Aktie derzeit noch 2,6 Prozent – ein Hinweis darauf, dass die Rekordzahlen bereits weitgehend in den Kurs eingepreist scheinen, der Markt aber noch nicht bereit ist, neue Höchststände zu markieren.
Der Konzern selbst zeigt sich mit der angehobenen Prognose zuversichtlich, dass sich die Dynamik aus dem dritten Quartal fortsetzen lässt. Ob die Erwartungen der Anleger damit dauerhaft erfüllt werden, dürfte sich an den kommenden Quartalszahlen sowie am Fortschritt der angekündigten US-Investitionen entscheiden.
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