Siemens Aktie: Auftragseingang erreicht 27,9 Milliarden
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 16:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Siemens hat am vergangenen Donnerstag die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr erneut nach oben korrigiert. Der Auftragseingang stieg im dritten Quartal auf vergleichbarer Basis um 14 Prozent auf einen Rekordwert von 27,9 Milliarden Euro, der Umsatz wuchs um 8 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro. Für Anleger ist das die Bestätigung, dass der Konzern seinen Wachstumskurs trotz eines schwierigen Industrieumfelds hält.
Besonders deutlich zeigte sich der Fortschritt im industriellen Kerngeschäft: Der Profit Industrial Business kletterte um 25 Prozent auf einen Rekordwert von 3,5 Milliarden Euro, die Marge erreichte 17,3 Prozent. Der freie Cashflow legte um 42 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zu, der Nettogewinn stieg um 15 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Das Ergebnis pro Aktie vor Kaufpreisallokation lag bei 3,14 Euro.
Prognose für das Gesamtjahr angehoben
Nach den starken ersten neun Monaten hat Siemens die Jahresprognose für das Ergebnis pro Aktie vor Kaufpreisallokation auf eine Spanne von 11,20 bis 11,50 Euro angehoben, zuvor hatte der Konzern 10,70 bis 11,10 Euro in Aussicht gestellt.
Auch die Sparte Smart Infrastructure bekam ein Upgrade: Das vergleichbare Umsatzwachstum wird nun mit 10 bis 11 Prozent erwartet, die Gewinnmarge mit 18,5 bis 19,5 Prozent – jeweils oberhalb der bisherigen Zielwerte.
Für den Gesamtkonzern bleibt die Wachstumsprognose bei 6 bis 8 Prozent bestehen. Digital Industries soll 7 bis 10 Prozent Umsatzwachstum bei einer Marge von 17 bis 19 Prozent erreichen, Mobility 5 bis 7 Prozent Wachstum bei 8 bis 10 Prozent Marge.
Die Reaktion an der Börse fiel differenziert aus: Die Aktie notiert aktuell bei 282,00 Euro und legt am heutigen Mittwoch um 0,86 Prozent zu, nachdem sie am Dienstag bei 279,60 Euro schloss.
Auf Sicht von sieben Tagen steht dennoch ein Rückgang von 1,36 Prozent, was zeigt, dass die erste Kursreaktion auf die Zahlen verhaltener war als die operative Entwicklung nahelegen würde. Zum 52-Wochen-Hoch von 291,25 Euro, erreicht am 5. August, fehlen der Aktie derzeit noch 3,18 Prozent.
Kapitalrückführung und Zukäufe flankieren das Wachstum
Parallel zur operativen Stärke treibt Siemens seine Kapitalstrategie voran. Seit dem 1. Juli läuft ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 6 Milliarden Euro, das der Konzern bereits im Mai angekündigt hatte.
Zugleich baut Siemens Mobility das Portfolio aus: Im Mai wurde die Übernahme mehrerer Kerngeschäfte der italienischen Bahntechnikfirma Mermec bekanntgegeben, ein Geschäft, das 2025 rund 430 Millionen Euro Umsatz mit etwa 1.700 Mitarbeitern erzielte.
Der Kaufpreis liegt bei rund 1,2 Milliarden Euro, der Abschluss ist für Ende 2026 geplant. Siemens rechnet mit erheblichen Synergieeffekten und einer positiven Wirkung auf das Ergebnis pro Aktie im zweiten Jahr nach Vollzug.
Auch personell hat sich beim Konzern einiges verändert. Zum 1. Juli übernahm Peter Koerte im Vorstand die Verantwortung für Smart Infrastructure von Matthias Rebellius. Bereits zum 1. April war Veronika Bienert als Finanzvorständin auf Ralf P. Thomas gefolgt, der auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausschied und bis Ende Dezember als Berater für Aufsichtsrat und Vorstand zur Verfügung steht.
Bewertung bleibt anspruchsvoll
Mit einem Abstand von 12,85 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt und einem Kursplus von 17,97 Prozent seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits einen erheblichen Teil der operativen Verbesserung eingepreist. Die angehobene Prognose liefert dafür nun die fundamentale Untermauerung – die Frage für Anleger ist, wie viel weiteres Aufwärtspotenzial nach der jüngsten Rally noch bleibt.
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