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Siemens Aktie: IBM-Kooperation zielt auf Chipfertigung

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 06:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Siemens baut digitale Industriewerkzeuge aus; finanzielle Auswirkungen und eine Teilnahme an der staatlichen KI-Initiative sind noch offen.
Makroaufnahme einer Platine mit goldenen Kontakten veranschaulicht Präzisionstechnik der Siemens AG DE0007236101 in Digital Industries Illustration mit AI erstellt.

Siemens baut sein Software- und Automatisierungsgeschäft in Erlangen und München aus. Im Mittelpunkt stehen KI-Software, Cloud-Plattformen und digitale Zwillinge. Sie sollen Industriekunden helfen, den Energieverbrauch und das Lieferkettenmanagement zu verbessern.

Für Anleger verbindet sich damit eine konkrete Stoßrichtung: Siemens erweitert die digitale Unterstützung industrieller Prozesse. Belastbare finanzielle Beiträge lassen sich daraus noch nicht ableiten.

Ausbau mit industriellem Schwerpunkt

Die Ausbaupläne richten sich auf Anwendungen im industriellen Alltag. Cloud-Plattformen und künstliche Intelligenz sollen Kunden bei Energieverbrauch und Lieferketten unterstützen. Damit stehen betriebliche Verbesserungen im Vordergrund.

Ein weiteres Anwendungsfeld ist die Fahrzeugentwicklung. Mercedes-Benz plant, die Entwicklungszeit mit PLM.AI um bis zu 30 % beziehungsweise rund 17 Monate zu verkürzen. Die dafür vorgesehene Investition beträgt rund 500 Mio. Euro.

Siemens unterstützt dabei KI-gestütztes Fahrzeugdesign, Simulation und digitale Absicherung. Die Datenhoheit und die Verantwortung für Produktentscheidungen bleiben bei Mercedes-Benz. Die erwarteten Effizienzgewinne sind allerdings Ziele des Fahrzeugherstellers und keine bereits realisierten Ergebnisse. Auch die Investitionssumme ist nicht mit einem Auftragsvolumen für Siemens gleichzusetzen.

IBM-Kooperation zielt auf die Chipfertigung

Die Zusammenarbeit umfasst Design, Simulation, Lithografie und virtuelle Modelle. Damit reicht der Einsatz digitaler Entwicklungswerkzeuge bis in die Vorbereitung der Halbleiterfertigung.

Nanostack nutzt vertikal gestapelte Transistoren in einem dreidimensionalen Nanosheet-Design. Am aktuellen 7-Ångström-Knoten sollen nahezu 100 Milliarden Transistoren auf einer fingernagelgroßen Fläche Platz finden.

IBM hatte die Funktionsfähigkeit bereits Anfang 2026 demonstriert. Die Fertigung im großen Maßstab bleibt jedoch ein Entwicklungsziel. Für die Bewertung der Kooperation ist diese Trennung wesentlich: Der technische Nachweis ist erbracht, die industrielle Umsetzung noch nicht abgeschlossen.

Staatliche KI-Pläne als mögliche Ergänzung

Zusätzliche Perspektiven eröffnet eine geplante Zusammenarbeit der Bundesregierung mit Nvidia. Das Handelsblatt berichtet heute unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen darüber. Ziel seien international konkurrenzfähige industrielle KI-Modelle und Grundlagen für KI-Anwendungen in Robotik und autonomem Fahren.

Der Bund will dafür Hunderte Millionen Euro unter anderem in Rechenleistung und Modelltraining investieren. Siemens gehört zu den Unternehmen, die teilnehmen sollen. Eine bestätigte Teilnahme ist damit noch nicht verbunden.

Für Anleger steht somit der konkrete Ausbau des Softwaregeschäfts im Vordergrund. Die IBM-Kooperation ergänzt ihn um ein Entwicklungsprojekt; die staatliche KI-Initiative bleibt eine mögliche zusätzliche Perspektive. Keiner dieser Schritte belegt bereits einen entsprechenden Umsatz- oder Ergebniszuwachs.

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