Sigma, Lithium

Sigma Lithium Resources Aktie: Gericht kippt Stopp

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 23:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Brasiliens Berufungsgericht bestÀtigte die Umweltgenehmigungen; Sigma Lithium hÀlt am Produktionsziel von 330.000 Tonnen bis Ende 2027 fest.

Sigma Lithium darf nach Gerichtsurteil wieder fördern – Aktie steigt
Industrielles Lithium-Abbaugebiet in einer weitlÀufigen, terrassierten Landschaft bei Sonnenaufgang. Illustration mit AI erstellt.

Sigma Lithium darf wieder fördern. Ein Bundesberufungsgericht in Brasilien hat die Umweltlizenzen des Konzerns bestÀtigt und damit einen Eilbeschluss vom 8. September gekippt. Im nachbörslichen US-Handel legte die Aktie am Dienstag um mehr als 4 Prozent zu.

Was das Gericht entschied

Ein lokaler Bundesrichter in TeĂłfilo Otoni hatte die Lizenzen per Eilentscheidung ausgesetzt. Grundlage war eine Klage des Verbands Ngolo, der fĂŒr Quilombola-Gemeinden auftritt, also traditionelle afrobrasilianische Gemeinschaften.

Die Berufungsrichterin MĂŽnica Sifuentes gab nun dem Eilantrag von Sigma Lithium statt. Ein lĂ€ngerer Stillstand wĂŒrde nach ihrer BegrĂŒndung erhebliche wirtschaftliche SchĂ€den im Vale do Jequitinhonha verursachen, einer der strukturschwĂ€cheren Regionen von Minas Gerais.

Das Unternehmen stĂŒtzt sich im Streit auf amtliche Register. Demnach waren bei Erteilung der Lizenzen 2023 keine anerkannten Quilombola-Siedlungen im Umkreis von 12 Kilometern um das Projekt Grota do Cirilo verzeichnet. Das ĂŒbersteigt den bundesrechtlich vorgesehenen Radius von 8 Kilometern. Sigma Lithium wirft dem lokalen Verfahren zudem Verfahrensfehler vor, weil der Konzern erst fast eine Woche nach dem Beschluss davon erfuhr.

Produktionsziel bleibt

Der Konzern bekrĂ€ftigt sein Ziel, die annualisierte Produktion von Lithiumoxid-Konzentrat bis Ende 2027 auf 330.000 Tonnen zu steigern. ZusĂ€tzliche KapazitĂ€ten seien dafĂŒr nicht nötig. Sigma Lithium verweist auf die vorhandene KapazitĂ€t der Mine 1 im South Pit sowie auf die Aufbereitungsanlage, die nach einem Upgrade Ende 2024 schon mehr als 950 Tonnen pro Tag erreichte. An einzelnen Tagen lag der Output sogar ĂŒber 1.000 Tonnen.

Eine Erweiterung auf 580.000 Tonnen will das Unternehmen 2027 wieder aufnehmen.

Streit um Berichte zur Mine

Parallel dazu weist Sigma Lithium Medienberichte zurĂŒck, wonach eine Mitteilung der Bergbaubehörde ANM zur Geotechnik der North Pit den Stillstand ausgelöst habe. Diese Grube betreibe das Unternehmen gar nicht. Auch Spekulationen ĂŒber die Sicherheit der Anlagen nennt der Konzern falsch und verweist auf mehr als 1.100 Tage ohne Unfall mit Ausfallzeit.

Politik als nÀchster Faktor

Das Unternehmen sieht auch politischen RĂŒckenwind. In Minas Gerais wurde im ersten Wahlgang ein lithiumfreundlicher Gouverneur gewĂ€hlt. Sigma Lithium erwartet, dass die Gegenwind-Themen damit nachlassen. Die Stichwahl um das PrĂ€sidentenamt findet am 25. Oktober statt, Minas Gerais gilt dabei als wichtiger Swing State. Bis dahin bleibt das Lizenzthema politisch aufgeladen, auch wenn die Förderung nun wieder lĂ€uft.

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