Silber Preis: Fed-Protokoll löst Verkaufswelle aus
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 21:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Veröffentlichung des jĂŒngsten Sitzungsprotokolls der US-Notenbank Federal Reserve hat die EdelmetallmĂ€rkte spĂŒrbar unter Druck gesetzt. Aus dem Mitschrift-Dokument geht hervor, dass die Mehrheit der FOMC-Mitglieder eine weitere Zinsanhebung bis zum Jahresende fĂŒr wahrscheinlich angemessen hĂ€lt.
Diese Aussicht trieb die Renditen amerikanischer Staatsanleihen auf Mehrjahreshochs und verlieh dem US-Dollar zusĂ€tzlichen Auftrieb. FĂŒr Silber bedeutete dies eine deutliche Verkaufswelle: An der COMEX fiel der Schlusskurs am Mittwoch um 2,7 Prozent auf 60,05 USD je Feinunze.
Anleiherenditen auf Mehrjahreshochs dÀmpfen Nachfrage
Die Rendite zehnjĂ€hriger US-Staatsanleihen kletterte im Zuge der Zinssignale zeitweise auf 5,36 Prozent und erreichte damit das höchste Niveau seit 2002. FĂŒr Rohstoffe, die keine laufenden ErtrĂ€ge abwerfen, bedeutet dieses Umfeld erheblichen Gegenwind. Wenn festverzinsliche Wertpapiere wieder attraktive ErtrĂ€ge bieten, steigen die OpportunitĂ€tskosten fĂŒr das Halten von Edelmetallen.
ZusĂ€tzliche Dynamik erhĂ€lt die Entwicklung durch die Zinserwartungen an den TerminmĂ€rkten. Die Analysten von Societe Generale rechnen damit, dass bei einem nachhaltigen Ausbruch der zehnjĂ€hrigen US-Rendite ĂŒber die Marke von 5,36 Prozent ein weiterer Anstieg bis auf 5,5 Prozent drohen könnte.
Parallel dazu legte der US-Dollar-Index deutlich zu, was Silber fĂŒr KĂ€ufer auĂerhalb des Dollarraums verteuerte und den Verkaufsdruck am Terminmarkt verstĂ€rkte.
Technische Marken rĂŒcken in den Fokus
Der Rutsch unter die psychologisch wichtige Schwelle von 60 Dollar je Unze hat das kurzfristige Chartbild spĂŒrbar eingetrĂŒbt.
Durch die jĂŒngste AbwĂ€rtsbewegung hat sich die Korrektur seit den HöchststĂ€nden des Jahres deutlich ausgeweitet. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch beziffert sich mittlerweile auf minus 51 Prozent.
Fundamentale Verknappung tritt in den Hintergrund
Die geldpolitische Straffung dominiert das Marktgeschehen derzeit so stark, dass die Situation am physischen Markt kaum stĂŒtzend wirken kann. Bereits vor gut einer Woche, seither -1,1 %, rĂŒckte das anhaltende Defizit am Silbermarkt in den Blickpunkt.
SchÀtzungen von Metals Focus zufolge steuert der Weltmarkt im Gesamtjahr 2026 auf ein Angebotsdefizit von 46,3 Millionen Unzen zu.
Gleichzeitig verzeichnet die Nachfrageseite Bremsspuren. FĂŒr die industrielle Verwendung prognostiziert Metals Focus fĂŒr 2026 ein Volumen von 639,6 Millionen Unzen, nachdem im Vorjahr noch 657,4 Millionen Unzen verbraucht wurden.
Neben einer schwÀcheren Dynamik dÀmpft vor allem der sinkende Silbereinsatz je Solarzelle den Verbrauch im Photovoltaiksektor. Solange die Zinsfront keine Entspannung signalisiert, bleibt die Preisfindung primÀr an den geldpolitischen Vorgaben ausgerichtet.
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