Silber Preis: LBMA erwartet Anstieg auf 95 Dollar
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 22:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Branchenvertreter blicken mit deutlichem Optimismus auf die mittelfristige Entwicklung des Silberpreises. Bei der jĂ€hrlichen Konferenz der London Bullion Market Association (LBMA) im italienischen Sorrento prognostizierten die befragten Delegierten fĂŒr die kommenden zwölf Monate einen Anstieg der Notierung auf 94,70 USD je Feinunze. Dies entsprĂ€che einem Zuwachs von mehr als 54 Prozent. Einzelne Umfrageauswertungen der Branchenveranstaltung sahen das Ziel fĂŒr das Edelmetall sogar bei 97 USD.
Fundamentale Faktoren treiben die Erwartungen
Die Zuversicht der Marktteilnehmer speist sich vor allem aus strukturellen Nachfragetreibern. Neben der industriellen Verwendung hoben die Konferenzteilnehmer zunehmende geopolitische Risiken und die wachsende Staatsverschuldung hervor, die Edelmetallen traditionell zugutekommen.
Zudem spielt die Umschichtung von WĂ€hrungsreserven eine zentrale Rolle: In einer begleitenden Umfrage der Schweizer GroĂbank UBS gaben 65 Prozent der befragten Reservemanager an, ihre EdelmetallbestĂ€nde zur Diversifizierung zu halten.
Gleichzeitig verweisen Marktexperten auf eine verĂ€nderte industrielle Dynamik. So wies die Deutsche Bank darauf hin, dass der Silberverbrauch in der weltweiten Solarbranche zurĂŒckgehen dĂŒrfte, da der spezifische Materialeinsatz pro Zelle sinkt. FĂŒr das zweite Quartal 2027 veranschlagt Analyst Daniel Ghali von der Deutschen Bank einen durchschnittlichen Spotpreis von rund 70 USD je Feinunze.
Renditesprung am Anleihemarkt belastet
Trotz der positiven mittelfristigen Prognosen steht Silber an den TerminmĂ€rkten unter spĂŒrbarem Gegenwind. Verantwortlich dafĂŒr ist in erster Linie die Entwicklung am US-Rentenmarkt.
Die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen kletterten zuletzt auf die höchsten Niveaus seit dem Jahr 2002. Hohe Zinsen bei Staatsanleihen erhöhen die OpportunitĂ€tskosten fĂŒr das Halten unverzinslicher Rohstoffe und stĂŒtzen gleichzeitig den US-Dollar.
Am Dienstag ging der COMEX-Front-Month-Kontrakt bei 61,70 USD je Feinunze aus dem Handel. Vom 52-Wochen-Hoch bei 121,78 USD trennt den Silberpreis damit weiterhin ein Abstand von 49 Prozent. Zwischen den optimistischen Erwartungen der Branchenexperten und den geldpolitischen Belastungsfaktoren prallen derzeit gegensÀtzliche KrÀfte aufeinander, die das Geschehen an den RohstoffmÀrkten prÀgen.
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