Silber, Preis

Silber Preis: US-China-Spannungen bewegen den Markt

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 08:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

CLSA beziffert die globale Versorgungslücke 2026 auf 46,3 Millionen Unzen; UBS erwartet für 2027 höhere Silberpreise.

Silberpreis im Fokus: US-Daten, Handelskonflikte und Angebotsdefizit
Glänzende Silberbarren auf einer dunklen, reflektierenden Oberfläche in einer professionellen, neutralen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Marktteilnehmer am Silbermarkt richten ihren Blick auf die bevorstehenden US-Wirtschaftsdaten. Nachdem der Preis für das Edelmetall am Freitag bei 64,71 US-Dollar je Feinunze aus dem Handel ging, warten Anleger vor allem auf neue Signale für die Zins- und Geldpolitik. Neben dem anstehenden US-Arbeitsmarktbericht stehen zur Wochenmitte die PCE-Inflationsdaten am 30. September 2026 im Zentrum des Interesses.

Handelskonflikte und Nachfrage aus der Technologiebranche

Zusätzliche Bewegung brachten in den vergangenen Tagen die handelspolitischen Spannungen zwischen den USA und China in den Markt. Geplante Gespräche zwischen beiden Staaten rückten Zölle, Kontrollen für Technologie im Bereich künstlicher Intelligenz sowie chinesische Exportbeschränkungen für kritische Mineralien in den Fokus.

Insbesondere der Einsatz in Solarmodulen sowie Hardware für Rechenzentren und künstliche Intelligenz stützt die industrielle Nachfragekomponente von Silber. Da das Metall im Gegensatz zu Gold zu einem erheblichen Teil in der Industrie verarbeitet wird, reagieren die Notierungen empfindlich auf handelspolitische Weichenstellungen und Lieferkettenfragen bei Hochtechnologiegütern.

Zinserwartungen und fundamentale Marktbedingungen

Parallel dazu bestimmen die Renditen von US-Staatsanleihen und die Entwicklung der Realzinsen das Geschehen. Hohe Renditen lasten tendenziell auf zinslosen Anlageklassen, während Konjunkturdaten Rückschlüsse auf den künftigen geldpolitischen Spielraum zulassen.

Im langfristigen Bild spielen zudem die strukturellen Rahmenbedingungen auf der Angebotsseite eine Rolle. Das Analysehaus CLSA bezifferte das globale Defizit am Silbermarkt für 2026 auf 46,3 Millionen Unzen, nachdem es im Vorjahr bei 40,3 Millionen Unzen gelegen hatte.

Seit 2021 wurden demnach rund 762,1 Millionen Unzen an oberirdischen Beständen abgebaut. Nach Einschätzung des Fondsanbieters HANetf bleibt die Minenproduktion weitgehend unelastisch, da Silber vorwiegend als Nebenprodukt beim Abbau von Zink, Blei, Kupfer und Gold gewonnen wird.

Analysten sehen Spielraum für die kommenden Monate

Die Schweizer Großbank UBS äußerte sich am 21. September 2026 zuversichtlich für den weiteren Jahresverlauf. Für das Jahr 2027 rechnet die Bank mit weiteren Anstiegen auf 75 US-Dollar im März und Juni sowie 80 US-Dollar im September. Die Analysten verwiesen dabei auf das insgesamt stützende Umfeld an den Edelmetallmärkten.

Ob die Marke von 70 US-Dollar nachhaltig zurückerobert werden kann, dürfte maßgeblich von den Inflations- und Arbeitsmarktdaten der kommenden Tage abhängen.

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