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Singapore Airlines Aktie: 76-Millionen-Verlust im ersten Quartal

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 04:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz Rekordumsatz und Passagierwachstum rutscht Singapore Airlines wegen explodierender Kerosinpreise in die Verlustzone. Der Nahost-Konflikt belastet die Bilanz.

Singapore Airlines: Rekordpassagierzahlen, aber Nettoverlust wegen hoher Treibstoffkosten
Eine moderne Flugzeugturbine in einer stimmungsvollen, dunklen Hangar-Umgebung mit kühler Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Paradoxon der Luftfahrt: Singapore Airlines (SIA) beförderte im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal so viele Passagiere wie nie zuvor, musste jedoch am Freitag den ersten Nettoverlust seit dem Jahr 2022 bekannt geben. Während die weltweite Nachfrage nach internationalen Flügen ungebrochen scheint, fressen die wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Konflikts die Margen der asiatischen Fluggesellschaft auf.

Teures Kerosin drückt das Betriebsergebnis

Für das zum 30. Juni 2026 abgeschlossene Quartal meldete die SIA-Gruppe einen Nettoverlust von 76 Millionen Singapur-Dollar (entspricht etwa 58,79 Millionen US-Dollar). Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Gewinn von 186,1 Millionen Singapur-Dollar in den Büchern. Der Hauptgrund für diesen Einbruch liegt in den massiv gestiegenen Betriebskosten. Die Netto-Treibstoffkosten schossen laut Medienberichten um 78,5 Prozent auf 2,25 Milliarden Singapur-Dollar nach oben.

Der Iran-Konflikt, der Ende Februar 2026 ausbrach, wirkt sich unmittelbar auf die Beschaffungspreise für Kerosin aus. Trotz dieser Belastung erreichte das Unternehmen einen Rekordumsatz von 5,71 Milliarden Singapur-Dollar, was einem Anstieg von 19,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das operative Ergebnis brach hingegen um 73,8 Prozent auf 106 Millionen Singapur-Dollar ein, da die Kostensteigerungen die Erlöswächse deutlich übertrafen.

Rekordwerte bei den Passagierzahlen

Operativ bleibt die Fluggesellschaft ein Kraftzentrum im südostasiatischen Raum. Insgesamt 10,9 Millionen Passagiere nutzten in den drei Monaten bis Ende Juni die Angebote der Gruppe, eine Steigerung um 6,3 Prozent. Der Auslastungsgrad der Flugzeuge, der sogenannte Load Factor, lag bei stabilen 87,1 Prozent. Dennoch warnten Branchenexperten vor einem zunehmend schwierigen Wettbewerbsumfeld und einem möglichen Druck auf die Ticketpreise, da immer mehr Kapazitäten in den Markt drängen.

Zusätzliche Belastungen kamen von der Beteiligung an Air India. Die Anteile an dem indischen Carrier, an dem Singapore Airlines zu 25,1 Prozent beteiligt ist, verbuchten im Berichtszeitraum einen rechnerischen Verlust von 42 Millionen Singapur-Dollar. Dennoch setzt die Airline weiterhin auf Expansion: Neue Routen nach Hangzhou wurden bereits täglich aufgenommen, und für Dezember 2026 ist der Start der Verbindung nach Riad geplant. Die Flüge nach Dubai bleiben aufgrund der regionalen Lage vorerst ausgesetzt.

Aktie nähert sich Jahreshöchstständen

Trotz der operativen Verluste im jüngsten Quartal zeigt sich der Aktienkurs im bisherigen Jahresverlauf widerstandsfähig. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von 22,52 Prozent. Am Freitag schloss der Kurs im deutschen Handel bei 5,25 Euro. Damit notiert der Wert nur noch rund 1,54 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 5,33 Euro, das am 7. Juli markiert wurde.

Analysten schätzen den fairen Wert der Aktie auf 6,96 Singapur-Dollar und sehen das aktuelle Niveau damit als leicht überbewertet an. Als operative Risikofaktoren gelten neben den Treibstoffpreisen auch Lieferverzögerungen bei der Boeing 777-Flotte, die sich bis in das Jahr 2026 ziehen könnten. Dennoch verfügt das Unternehmen mit liquiden Mitteln in Höhe von 10,48 Milliarden Singapur-Dollar über ein solides finanzielles Polster, um die aktuelle Phase hoher Energiekosten abzufedern. Ab 2027 plant das Unternehmen zudem die Einführung von Starlink-WLAN an Bord, um die Servicequalität weiter zu steigern.

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